Viele Social Apps setzen inzwischen nicht mehr nur verstärkt auf Innovation oder Altbewährtes, sondern in der heutigen Social-Welt auch auf Replikation. Das prominenteste Beispiel ist wohl Instagrams TikTokification, die derzeit jedoch nach einer Petition zumindest vorerst teilweise gestoppt wird.

Doch das hält die Meta-Plattform nicht davon ab, andere erfolgreiche Apps zu kopieren. Aktuell lässt sich Instagram von einer Trend-App inspirieren, die derzeit die Nummer eins im App Store ist: BeReal. Denn die Social-Plattform launchte kürzlich eine Dual-Funktion für die Kamera.

BeReal surft auf der Erfolgswelle, doch bereitet Datenschutzbeauftragten auch Sorgen

BeReal wurde in Frankreich von den ehemaligen GoPro-Mitarbeitern Alexis Barreyat und Kévin Perreau gegründet und vermarktet sich selbst als Anti-Instagram. Die neue Social-Plattform, die vor allem bei der Gen Z beliebt ist, verzeichnet inzwischen laut einer data.ai-Analyse mehr als 10 Millionen Downloads und hat im Laufe des Jahres 2022 deutlich an Dynamik gewonnen. data.ai erklärt:

In Q1 2022 alone, BeReal saw 3.3 million downloads worldwide, up 390% from Q4 2021.

BeReal bietet spannende innovative Möglichkeiten, sich in Echtzeit zu vernetzen. Die Social-Media-Plattform setzt dabei nicht nur auf Authentizität, sondern limitiert auch das Posting-Erlebnis. Dieses basiert auf einer zufälligen Eingabeaufforderung („Time to BeReal“), die täglich zu verschiedenen Zeiten an alle User gesendet wird und dazu aufruft, zu posten, was diese gerade in diesem Moment tun. Der Clou ist: Das Zeitfenster zum Veröffentlichen beträgt lediglich zwei Minuten.

© BeReal

Doch trotz der jüngsten Erfolge, die BeReal verzeichnet, ist die Social-Plattform noch nicht zu einer tragenden Säule in der Social-Media-Landschaft avanciert. Einerseits ist die App derzeit noch fehlerhaft, da etwa Push-Nachrichten nicht immer angezeigt werden oder User im Rahmen des Zwei-Minuten-Fensters aufgrund der langen Ladezeit der App verpassen, rechtzeitig zu posten. Andererseits kritisieren Datenschutzbefürworter:innen die Funktion, dass User per Standort-Übertragung sensible Informationen, wie etwa den Wohnort, teilen können.

„Time to BeReal“: Ein Aufruf, dem nicht nur die App-Nutzer:innen, sondern auch Instagram folgt

Angesichts von BeReals Wachstum und Beliebtheit wundert es nicht, dass Instagram auch in diesem Fall nach Möglichkeiten sucht, Features der App für die eigenen Plattformen zu nutzen, wie etwa den kürzlich eingeführten „Dual“-Kameramodus. Diese Funktion ermöglicht es Usern, Inhalte und ihre Reaktionen gleichzeitig aufzunehmen, indem sie die Vorder- und Rückkamera ihres Smartphones parallel nutzen.

Beispiele für Reels, die mit der Dual-Funktion Instagrams aufgenommen wurden, © BeReal

Der Reverse Engineer und Social-Media-Experte Alessandro Paluzzi twitterte kürzlich über Instagrams Adaption eines Snapchat Feature, das in Kombination mit dem neuen „Dual“-Kameramodus, quasi BeReals Signature Feature abbildet.

Der Screenshot zeigt, dass Instagram die weitere neue Option testet, mit der User ihrem Post einen QR-Code hinzufügen können, damit andere Nutzer:innen diesen scannen können und daraufhin erkennen würden, wo die:der Urheber:in sich derzeit befindet. Diese gepaart mit dem Dual-Kamera-Upload ermöglicht im Wesentlichen die Kartenfunktion von BeReal, mit der User Freund:innen zeigen können, wo sie sich befinden, wenn sie ein BeReal Update posten.

Wir dürfen gespannt sein, ob BeReal es schafft, es mit Instagram aufzunehmen und sich von den Replikationsmaßnahmen Metas nicht aufhalten lässt, oder ob am Ende doch Instagram die Nase vorne haben wird.

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