Während Threads langsam zur X-Konkurrenz heranwächst, behält die Plattform ihren Status als relevante, wenngleich kontroverse, Social-Media-Plattform bei. Um die eigene Popularität unter den Usern hervorzuheben, hat X wieder einmal ein paar Zahlen offiziell geteilt. Daraus wird ersichtlich, wie wichtig Videos inzwischen für X sind. Allerdings sind die Angaben mit Vorsicht zu betrachten.


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X und das neue App-Ökosystem

© FLY:D - Unsplash, X-Logo auf Smartphone Mockup, papierner Hintergrund
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Die Veränderung einer Social-Media-Plattform: Neue Wege für X

Die Plattform von Elon Musk hat unter der Führung von CEO Linda Yaccarino zuletzt einige aufsehenerregende Neuerungen eingeführt. Da ist das Verstecken von Likes – sogar das Ausblenden beinahe sämtlicher Metriken steht im Raum. Da ist aber auch die offizielle Erlaubnis zum Posten und Teilen pornografischer Inhalte. Mit diesem Update möchte X womöglich mehr Creator locken, die pornographische oder zumindest nicht jugendfreie Inhalte teilen möchten – wie etwa auf der populären Plattform OnlyFans. Diese sorgt für Milliarden US-Dollar an User-Ausgaben und könnte damit auch ein Vorbild für das finanziell gebeutelte X sein. Denn die Plattform könnte nicht nur die Creator locken, sondern ihnen über die diversen Abonnementoptionen auf der Plattform auch die Chance eröffnen, dass sie ihren Fans Content hinter einer Bezahlschranke anbieten. Davon würde X dann ebenfalls finanziell profitieren; und das wäre ein Weg, um den Mangel an umfassenden Einkünften zu bekämpfen.

X hat seit Monaten mit zu geringen Werbeeinkünften und einem Wertverlust der Plattform zu kämpfen – auch, weil die Konkurrenzplattform Threads von Meta mit stetig neuen Features zahlreiche User für sich gewinnt. Nach einem Jahr Threads verzeichnet Metas textbasierte Plattform aktuell 175 Millionen monatlich aktive User. War Twitter einst eines der beliebtesten sozialen Medien, um am Puls der Zeit zu bleiben und auch zu werben, büßt die Nachfolgeversion zusehends Popularität und Relevanz ein. Dafür sind auch Elon Musks verbal-aggressives Verhaltenkaum beziehungsweise fragwürdige Content-Moderation und ein teilweise hostiles Plattformumfeld verantwortlich, in dem auch einst gesperrte Accounts von Donald Trump oder Andrew Tate wieder aktiv sind.

X hat mehr User als je zuvor

Nicht nur Werbetreibende bleiben vermehrt der Plattform fern, auch namhafte Creator und Brands kehren dieser den Rücken. Trotzdem verzeichnet X nach eigenen Angaben bei der auf der Plattform verbrachten Zeit sowie im Kontext der User-Zahlen ein Wachstum. Im eigenen Post ist von 570 Millionen monatlich aktiven Usern die Rede.

Das entspricht im Jahresvergleich einem Wachstum von sechs Prozent. Bezüglich der Angaben müssen potentielle Werbetreibende und User schlichtweg auf X vertrauen; allerdings ließen in der Vergangenheit Vergleichswerte von App-Analysen wie von Apptopia bereits Zweifel an der tatsächlichen Zahl der Plattform-User aufkommen. Indes sorgen Großereignisse wie die Fußball-EM der Herren und das Verfolgen tagesaktueller Trends weiterhin für ein Interesse an der Plattform.

Noch mehr Zahlen zu X: Video im Fokus, Finanzprobleme bleiben

Aus dem Post von X geht auch hervor, dass die auf der Plattform verbrachte Zeit auf knapp 362 Milliarden Sekunden pro Tag gestiegen ist, also knapp 100 Millionen Stunden. Dabei wird besonders viel Zeit mit der Rezeption von Videos verbracht: 8,2 Milliarden Video Views kommen täglich zusammen, 45 Prozent mehr als vor einem Jahr. Inzwischen sieht sich X auch als Video-first-Plattform und denkt sogar über eine Reaktivierung der Kurzvideo-App Vine nach.  X setzt seit Monaten einen verstärkten Fokus auf Videoinhalte und launchte kürzlich vertikale Video-Ads sowie ein Swipe up Feature für empfohlene Videos. Bei acht von zehn User Sessions werden laut X Videos rezipiert. Über 100 Millionen täglich aktive User soll der Bereich Immersive Video haben.

Und mit der eigenen Video-App für Smart TVs möchte die Plattform – ähnlich wie YouTube – künftig auch die Wohnzimmer erobern. Die Weiterentwicklung von X wird gerade im Wettbewerb mit YouTube und TikTok, vor allem aber Threads und auch Bluesky von der Branche mit Interesse verfolgt. Das Ende von X ist längst nicht gekommen. Mit Finanzproblemen muss die Plattform aber weiterhin leben – und daher neue Wege der Monetarisierung suchen.


1 Jahr Threads:

175 Millionen User, Easter Eggs und Ads

Threads Icon hinter Schatten und in Farbverlauf, orange-violett, Smartphone Mockup mit Threads-Geburtstags-Screen, Icons, © Martin Martz (Unsplash), Threads via Canva
© Martin Martz (Unsplash), Threads via Canva

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