Im April erklärte Netflix CEO Reed Hastings, dass ein günstigeres, werbegestütztes Abonnement für den Streaming-Dienst kommen dürfte. Hastings, selbst lange Zeit ein Gegner von Werbung auf der Plattform, verkündete, dass in den nächsten ein bis zwei Jahren ein entsprechendes Modell eingeführt werden sollte. Nun könnte es Werbung auf Netflix schon 2022 geben. Die New York Times berichtet, dass Executives des Unternehmens einen Roll-out für das werbegestützte Abonnement für das vierte Quartal dieses Jahres planen – ähnlich wie bei Disney+. In diesem Zeitraum soll auch das Account und Password Sharing stärker eingeschränkt werden.

Netflix: Werbung beim Streaming-Dienst als Maßnahme gegen Relevanzverlust?

Ende 2022 soll es ein günstigeres Netflix-Abonnement mit Werbung geben. John Koblin und Nicole Sperling berichten für die New York Times, dass eine interne Bekanntgabe vorsieht, zum Jahresende die Werbung einzuführen und das Account Sharing zu reduzieren. Die Notiz an die Mitarbeiter:innen betont:

Every major streaming company excluding Apple has or has announced an ad-supported service. For good reason, people want lower-priced options.

Das Unternehmen beschleunigt die Einführung dieses Modells womöglich aufgrund der starken Konkurrenz im Markt. In Deutschland musste Netflix laut Zahlen von JustWatch kürzlich Platz eins in Sachen Marktanteile an Amazon Prime Video abtreten. Auch Disney+ holt immer weiter auf. Der Streaming-Dienst der Walt Disney Company konnte zuletzt weltweit 129,8 Millionen zahlende User aufweisen. Bei Netflix sind es mit 221,6 Millionen zwar deutlich mehr – doch es gab in Q1 2022 einen User-Rückgang. Und für das zweite Quartal des Jahres rechnet Netflix mit weiteren User-Verlusten.

Marktanteile der Video-Streaming-Dienste in Deutschland in Q1 2022
Marktanteile der Video-Streaming-Dienste in Deutschland in Q1 2022, © JustWatch

Probleme stellen für Netflix die erstarkenden Konkurrenzplattformen mit teils sehr populärem Original Content dar. Von Apple TV+ über Disney+ und Amazon Prime Video bis hin zu Sky und Hulu gibt es immer mehr Alternativen. Dazu kommt, dass – gerade in den USA – viele Dienste günstigere, werbegestützte Abonnements schon anbieten oder zumindest fest eingeplant haben. Zudem hat YouTube in den USA begonnen, Serien und Filme kostenfrei zu streamen – finanziert durch Werbung.

Deshalb kommt die Werbung nun auch zu Netflix. Und das womöglich schneller als gedacht. Reed Hastings hatte erklärt:

It’s pretty clear that it’s working for Hulu. Disney is doing it. HBO did it. I don’t think we have a lot of doubt that it works.

Account Sharing soll kostenpflichtig werden

Ein weiteres großes Problem von Netflix ist das Account und Password Sharing. Laut eigenen Angaben werden zusätzlich zu den über 220 Millionen zahlenden Abonnent:innen 100 Millionen Haushalte erreicht, die via Account Sharing auf den Dienst zugreifen. Dieser Umstand erschwere das Wachstum. Darum wurden im März bereits erste Paid Sharing Features veröffentlicht.

Ende 2022 soll laut New York Times parallel zum günstigeren Abonnementmodell mit Werbung auch eine Strategie umgesetzt werden, um das Account Sharing kostenpflichtig zu gestalten; sodass Netflix die genannten 100 Millionen Haushalte zumindest zum Teil zur Kasse bitten kann. Wie diese Strategie über die bereits veröffentlichten Paid Sharing Features hinaus aussieht, ist noch nicht völlig klar. Vermutlich werden die Account-Inhaber:innen etwas mehr zahlen müssen, wenn sie ihr Passwort weitergeben und die Geräteanzahl aus dem eigenen Angebot überschritten wird. Greg Peters, COO von Netflix, erklärte im Earnings Call:

So if you’ve got a sister, let’s say, that’s living in a different city — you want to share Netflix with her, that’s great. We’re not trying to shut down that sharing, but we’re going to ask you to pay a bit more to be able to share with her.

Wenn du mehr über den Plan von Netflix zur Werbeeinführung erfahren möchtest, lies unseren ausführlichen Artikel zum Thema.

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