Ende letzter Woche sperrten fast alle Social-Media-Plattformen den jeweiligen Account des Noch-Präsidenten Donald Trump. Während einige den Bann auf 24 Stunden begrenzten, gab Snapchat nun öffentlich bekannt, den Account von Trump permanent zu sperren. Axios berichtete als erstes von dem Bann. Das Presseteam von Snapchat mailte der Nachrichten-Website ein Statement:

Last week we announced an indefinite suspension of President Trump’s Snapchat account, and have been assessing what long term action is in the best interest of our Snapchat community.

Nach häufigen Verstößen zieht Snapchat einen Schlussstrich

Trump hatte mit seinen Inhalten laut Axios „dutzende Male“ gegen Snapchats Richtlinien zu Hate Speech und Desinformationen verstoßen. Diese Inhalte wurden jedoch laut Snapchat jedes Mal schnell entfernt. Im Anschluss habe man Warnungen an das Team von Trump gesendet. Doch nun erhält Trumps Account keinen Sonderstatus mehr und wird blockiert, wie der jedes anderen Users unter den gleichen Umständen.

In the interest of public safety, and based on his attempts to spread misinformation, hate speech, and incite violence, which are clear violations of our guidelines, we have made the decision to permanently terminate his account,

begründet Snapchat die Entscheidung. Der Bann gilt ab dem 20. Januar. Snapchat folgt damit Twitter, das Trumps Account als erstes Unternehmen komplett sperrte. Facebook und Instagram bannen Trump zunächst auf unbestimmte Zeit. Mit dem Wegfall von Snapchat und Instagram verkleinert sich vor allem Trumps Reichweite unter jüngeren Usern.

Twitter äußert Selbstkritik und verteidigt gleichzeitig die Entscheidung

Twitter-Chef Jack Dorsey äußerte sich kürzlich zu seiner Entscheidung, den Noch-Präsidenten zu sperren. Er sei „nicht stolz darauf“, so zitiert ihn die Tagesschau, schließlich stünde man bei Twitter für Meinungsfreiheit und offene Diskussionen. Er betrachtet selbstkritisch die Macht, die Unternehmen wie Facebook, Twitter und Co. haben, schließlich haben diese nun einem der mächtigsten Politiker der Welt einen Großteil seiner Reichweite genommen. Bisher hatten Personen des öffentlichen Interesses auf den meisten Plattformen einen besonderen Status, da ihre Posts und Tweets einen Nachrichtenwert hätten und für das öffentliche Interesse von Belang seien. Es ist zu vermuten, dass hier in Zukunft neue Regelungen aufgestellt werden. Schließlich steht in den USA ein Regierungswechsel bevor. Außerdem laufen gegen die großen Unternehmen wie Facebook und Google derzeit Wettbewerbsverfahren, die eine Zerschlagung der Konzerne nach sich ziehen könnten.

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