Einige Ersteindrücke zu Apples musikalischem „California streaming“-Event

Musik lag gestern in der kalifornischen Luft. Und trotzdem erinnerte die Veranstaltung an eine routinierte Rockband, die ihre bekannten Hits spielt.

Das ist quasi unmöglich zu kritisieren, wenngleich man in der Songauswahl doch nach neuen Chartstürmer sucht.

Die Gerüchteküche lag schon länger nicht mehr so daneben. Das beeinflusste die Erwartung an Apples Bühnenkunst, die mit California Soul von Stones Throw Players eröffneten und die Show nach 80 Minuten auch beendeten.

Das verkündete Line-up für Apple TV+ fühlt sich solide an – von Foundation, The Problem with Jon Stewart bis Finch und The Shrink Next Door.

Live In The Moment von Portugal the Man leitet zu den Edu-iPads über (präsentiert von Melody Kuna). Apple betonte wiederholt, dass dies ihr „most popular“ iPad ist. Neben den zu erwartenden Upgrades (True Tone, Center Stage, A13) bleibt sein Preis (ab 379 Euro) das wichtigste Feature. Das iPad ist weiterhin Apples preiswertester Computer.

Das iPad mini trat mit We Came to Move von The Pocket Queen (präsentiert von Katie McDonald) nach zweieinhalb Jahren mit konkreten Vorstellungen für seine Zielgruppen auf: Doktoren und Piloten.

Okay?!

Für ein „All-Screen Design“ tragen die Bildschirmränder ziemlich auf, lösen bei mir jedoch einen unmittelbaren Haben-Wollen-Reflex aus. Ich bin ein Fan von diesem kompakten Formfaktor für iPadOS, der mit Touch ID, USB-C und dem richtigen Apple Pencil jetzt an ein geschrumpftes iPad Air erinnert. Hätte es die Kamera der iPhones, könnte es mein Telefon ersetzen.

Don’t Fence Me In von Amyl and The Sniffers leitete zu Golden von Founder & CEO und der Apple Watch über (präsentiert von Jeff Williams).

Die Series 7 zeigt sagenhafte 50-Prozent mehr Bildschirmplatz als Apples allererste Uhren, bringt 50-Prozent mehr Text als die Series 6 auf den Bildschirm und wird im Standby-Screen noch einmal 70-Prozent heller als im Vorjahr. Diese zusätzliche Lichtstärke ist nicht nur einfacher über einen Seitenblick zu erhaschen, sondern ein echtes Accessibility-Feature.

Alle Detailverbesserungen (präsentiert von Lauren Braun) – von den noch runderen Ecken, über die Bildschirmtastatur bis zum Schnelladen sowie Staubschutz – können nicht verbergen, dass die Uhr in diesem Jahr keinen neuen Prozessor und keine neuen Sensoren bekam.

Und wer zum Teufel hat vergessen die Series 3 aus der Aufstellung zu werfen?

You Could von Magic Bronson senkt dann wieder meinen Puls und schickte uns Jay Blahnik mit Apple Fitness+. Auf den Deutschlandstart „bis Ende des Jahres“ wurde gewartet; allerdings hatte wohl niemand „Fitness+ auf Englisch mit Untertiteln“ auf seinem Wettschein. Es ist eine extrem komische Entscheidung, die nur der Pandemie geschuldet sein kann.

Nach Lights Up von Flight Facilities leitet Feels Right von Biig Piig die Hauptattraktion von „California streaming“ ein: die vier iPhones (präsentiert von Kaiann Drance).

Apple trennte in ihrer Veranstaltung das iPhone 13 (mini) und das iPhone 13 Pro (Max) – präsentiert von Greg Joswiak. Und obwohl die beiden Modellreihen sich beispielsweise durch ProRaw, das ProMotion-Display und (zukünftig) ProRes-Video­aufnahmen unterscheiden, teilen sie viele der neuen Eigenschaften – vom A15 über mehr Batterielaufzeit bis zur optischen Bild­stabilisierung mit Sensor­verschiebung sowie dem Kinomodus.

Und nicht nur die technischen Unterschiede zwischen „Pro Max“ und „Pro“ fielen in diesem Jahr weg, sondern insgesamt rückt das iPhone 13 seinem Pro-Bruder sehr dicht auf. Wenn man auf das (komplette unerwähnte) LiDAR, ein Tele‑Objektiv und die Pro-Formate für Video und Foto verzichtet, hat man ein (sehr attraktives) iPhone 13.

Vielleicht habe ich mich auch von Paint California von NoMBe, Binary von KÁRYYN oder Can’t Stop The Stars von Jungle (und der Präsentation von Hope Giles, Johnnie Manzari, Louis Dudley sowie Rebecca Pujols) für den Rest der Show einlullen lassen. Aber mir scheint es, dass das Pro und Nicht-Pro sich erstmals alle wirklich wichtigen Features teilen, gleichzeitig jedoch durch explizite Pro-Funktionen unterscheiden. Seitdem es die „Pro“-Unterscheidung im iPhone 11 gibt, war das nicht so (eindeutig).


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