Vor einigen Monaten machte die Aussage von US-Präsident Biden Schlagzeilen, als er sagte, „Social Media is killing people“. Damals reagierte Facebook mit einer großen Gegenkampagne und Biden ruderte zurück. Doch nun kommen fast die gleichen Worte aus dem Mund von Adam Mosseri, dem CEO von Instagram, das zu Facebook gehört. Nach einer Artikelreihe im Wall Street Journal, die enthüllte, dass Instagram insbesondere junge Mädchen stark negativ beeinflusst und sich dessen sehr wohl bewusst ist, war Mosseri zu Gast im Recode Podcast mit Peter Kafka. In der Folge vergleicht er Social Media mit Autos, in dem Sinne, dass beide für Tote verantwortlich sind.

Die Vorteile überwiegen die Nachteile?

Die internen Untersuchungen, die das Wall Street Journal nun offenlegte, fanden heraus, das eines von drei Mädchen Instagram als schuldig für ihre Body Image Issues verantwortlich machen. Auch für erhöhte Anxiety und Depressionen sahen viele bei Instagram die Schuld. In dem Report heißt es:

Among teens who reported suicidal thoughts, 13% of British users and 6% of American users traced the desire to kill themselves to Instagram, one presentation showed.

In der Podcast-Folge gibt Mosseri nun mehr oder weniger zu, dass man sich dessen bewusst ist. Er vergleicht Social Media mit der Autobranche. Auch durch die Nutzung von Autos sterben jährlich Menschen. Dennoch überwiegen die Vorteile:

We know that more people die than would otherwise because of car accidents, but by and large cars create way more value in the world than they destroy. And I think social media is similar.

Doch der Vergleich hinkt, wie auch Kafka in dem Podcast aufzeigt. Schließlich sind Sicherheitsstandards in Autos stark reguliert und werden überwacht und gegebenenfalls angepasst. Auch viele Twitter User äußerten sich zu Mosseris Aussage kritisch.

Mit dem Vergleich hat Mosseri sich und Facebook keinen Gefallen getan. Zwar versuchen Facebook und Instagram mit Sicherheits-Features immer wieder, Kinder und Jugendliche zu schützen, doch die Maßnahmen bedeuten lediglich Tropfen auf dem heißen Stein. Schon seit Jahren stehen die Unternehmen in der Kritik und haben dennoch nichts Grundlegendes geändert. Die Grundvision sei es zu wachsen und mehr Menschen miteinander zu verbinden – der Preis sei nicht so wichtig. Das gab auch schon 2018 der damalige Vice President Andrew Bosworth in einem Artikel an. Damals schrieb er:

Maybe it costs a life by exposing someone to bullies. Maybe someone dies in a terrorist attack coordinated on our tools. And still we connect people.

Es scheint als müssten Instagram und Facebook überdenken, was ihre Mission ist. Eine Regulierung von sozialen Medien sei laut Mosseri übrigens zwar willkommen, doch gleichermaßen sieht er eine solche als potentiell problematisch an. Ein Lösungsansatz ist also nicht in Sicht.

Powered by WPeMatico

Teile diesen Beitrag