Bei Abonnementeinnahmen bietet Twitch grundsätzlich eine Umsatzbeteiligung von 50 Prozent für Streamer an. Und die überwiegende Mehrheit der Streamer auf der Plattform hat Vereinbarungen zu diesen Bedingungen. Doch einigen erfolgreichen Streamern hatte Twitch Premiumabonnementbedingungen angeboten, ehe dieses Angebot 2021 ausgesetzt wurde. Diese Premiumbedingungen besagen, dass die Streamer 70 Prozent der Nettoeinnahmen von Subscriptions behalten können. Diese Beteiligung fällt unter bestimmten Bedingungen bald jedoch ebenfalls auf 50 Prozent. Das Subscription-Programm habe einige Mängel aufgewiesen, erklärt Twitch-Präsident Dan Clancy und verweist auch auf die neuen Monetarisierungsmöglichkeiten über Werbung im Ads Incentive Program.

Für 90 Prozent der Streamer haben die Subscription-Änderungen keinen Effekt

Nach den Angaben, die Dan Clancy in seinem Blogpost zur Änderung der Vereinbarungen für Abonnementumsätze macht, sind nur rund zehn Prozent der Streamer auf der Plattform betroffen. Dabei dürfte es sich aber um Top Streamer handeln, die von der Einnahmekürzung, welche erst 2023 in Kraft treten wird, nicht begeistert sein dürften. Clancy erklärt, wie sich die Änderungen genau ändern werden:

Für die Streamer, die noch diese Premium-Bedingungen erhalten, passen wir die Vereinbarung so an, dass sie ihre 70/30-Aufteilung der Einnahmen für die ersten 100.000 USD aus Abonnements auch weiterhin beibehalten können. Einnahmen, die über 100.000 USD hinausgehen, unterliegen in Zukunft der Standardaufteilung von 50/50. Wir geben diese Änderung jetzt bekannt, sie tritt jedoch erst zum 1. Juni 2023 in Kraft. Nach diesem Zeitpunkt sind Streamer erst dann betroffen, wenn ihr bestehender Vertrag zur Verlängerung ansteht. Alle Streamer, die diesen Bedingungen unterliegen, haben diese und weitere Informationen bereits per E-Mail erhalten und wir werden ihnen im Vorlauf zum 1. Juni 2023 noch weiterführende Mitteilungen und Zeitpläne zukommen lassen. 

Die Gründe für diese Änderung benennt Clancy ebenfalls. So habe man nicht transparent gemacht, dass es überhaupt Premiumangebote gegeben hat. Außerdem habe es keine einheitlichen Qualifikationskriterien gegeben. Die Vereinbarungen waren aber in der Regel mit größeren Streamern geschlossen worden. Schließlich halte Twitch es nicht für richtig, dass Streamer mit Standardvereinbarungen je nach ihrer Größe unterschiedliche prozentuale Umsatzbeteiligungen erhalten. Im Rahmen seiner Erklärung deutet der Twitch-Präsident jedoch an, dass es auch künftig außergewöhnliche Vereinbarungen geben werde. Vorstellbar ist, dass sich diese auf Top Streamer wie Richard Blevins, Imane Anys und Co. beziehen.

Es gehört zur Realität unseres Geschäfts, dass wir in seltenen, individuellen Fällen auch weiterhin Sondervereinbarungen abschließen werden. Wir haben jedoch die Häufigkeit und den Gesamtwert dieser Angebote reduziert,

so Dan Clancy.

Warum nicht 70/30? Twitch zeigt Verdienstalternativen auf

In seinem ausführlichen Post geht Dan Clancy auch mit vielen Worten auf die Frage ein, warum nicht alle Streamer einfach mit 70 Prozent der Nettoeinnahmen bedacht werden. Dazu erklärt er im Detail, welche Umsatzentwicklungen es für Streamer bereits gibt. Schließlich begründet er die Ablehnung dieser Forderung jedoch damit, dass die Kosten von Twitch schlichtweg zu hoch seien, um so viel Beteiligung zu gewährleisten.

Clancy verweist aber auf Alternativen, die Streamern auf der Plattform geboten werden. So können diese seit 2022 im Ads Incentive Program beispielsweise ein Grundeinkommen von bis zu 500 US-Dollar pro Monat generieren. Darüber hinaus können sie eine Umsatzbeteiligung bei Werbeanzeigen von bis zu 55 Prozent der Nettowerbeeinnahmen erhalten. Durch den Ads Manager soll das Programm Ads Incentive für Creator besonders unkompliziert sein. Außerdem geht Twitch davon aus, dass dank dieser Beteiligung an den Werbeeinnahmen in den meisten Fällen eine Art Lohnerhöhung von 50 bis 150 Prozent für die Streamer infrage kommt.

Erst kürzlich erklärte das Unternehmen zudem, dass viele exklusive Twitch-Partner:innen Live-Inhalte auch auf anderen potentiell reichweitenstarken Videoplattformen wie YouTube streamen dürfen. Das eröffnet diesen Streamern lukrative neue Möglichkeiten; diese könnten ihnen gerade dann zupasskommen, wenn sie künftig auf einen Teil ihrer Umsatzbeteiligung aus Abonnementeinnahmen verzichten müssen.

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