Der Anfang vom Ende war schon im Frühjahr 2022 besiegelt: Nachdem Multimilliardär Elon Musk im April angegeben hatte, Twitter kaufen zu wollen, begann ein monatelanges Hin und Her um die etwaige Übernahme der Plattform. Ende Oktober dieses Jahres kaufte Musk dann schließlich eine der bedeutendsten Medienplattformen des Digitalraums und sorgte mit vielen, teils krassen Entscheidungen dafür, dass Twitter nie mehr so sein wird, wie es einst war. Inzwischen arbeitet er als CEO (wenn er es denn bleibt) fleißig an seiner Vision von Twitter 2.0 und bestimmt damit auch das Mediengeschehen. Das neue Twitter ist einer der Kerngeschichten des Jahres der Online-Marketing-Welt; doch in diesem Jahr ist so viel mehr passiert.

TikTok hat den eigenen Status als Trend-App schlechthin mithilfe enormer User-Zahlen, einer Einflussnahme auf diverse Populärmedien und der Vorbildfunktion für andere Plattformen eindrucksvoll untermauert, Instagram hingegen musste sich aufgrund einer starken TikTokification mit einer Petition namens „Make Instagram Instagram again“ auseinandersetzen und einen neuen Kurs einschlagen – und Google hat in diesem Jahr schlichtweg die Suche revolutioniert. Nebenbei hat der Suchmaschinenkonzern eine echte Update-Flut auf SEOs losgelassen.

Und während immer strengere Datenschutzregularien – allen voran jene der EU – das Targeting sowie monopolitische Abläufe bei großen Tech-Konzernen erschweren und für weitreichende Veränderungen sorgen, hat die Digitalbranche in weiten Teilen 2022 einen heftigen Dämpfer erhalten. Makroökonomische Faktoren haben der Digitalwelt ihre Grenzen aufgezeigt. Die wollten Meta und Co. mithilfe des Metaverse eigentlich sprengen, doch die Entwicklung der virtuellen Welt(en) ist noch weit von der alltäglichen Nutzungsrealität der meisten User entfernt. Obwohl WhatsApp, TikTok und Co. inzwischen mit Avataren als Alter Ego aufwarten.

Trendthema Metaverse: Von der Omnipräsenz zur Fußnote

Anfang des Jahres war über das Thema Metaverse überall zu lesen – immerhin hatte sich Facebook erst im Herbst 2021 in Meta umbeannt und die Entwicklung des Metaversums in den Mittelpunkt der Konzernbestrebungen gestellt. Auch wir haben uns mit den Gefahren und Potentialen auseinandergesetzt und beispielsweise darüber geschrieben, wie Early Adopter im Metaverse mit Ads und Events auf sich aufmerksam machen können.



Es ist vertretbar zu sagen: Wir sind bereit, alles, was wir haben, in die Entwicklung dieses neuen Raums zu investieren – allerdings nicht auf Kosten der Produkte, die wir bereits haben,

erklärte uns der ehemalige Meta-Mitarbeiter und Director Global Business Marketing – Metaverse Asher Rapkin im Interview auf dem OMR Festival noch im Mai. Das Metaverse sollte eine Parallele zum Internet werden, wie wir es heute kennen, und Grenzen aufheben. Im Metaversum kannst du „ein 30 Meter großer Teddybär sein oder eine Grille im Wind“, so Rapkin. Es gehe darum, „3D-Inhalte zu konsumieren und dann in die Welten einzutreten.“

Und obwohl die Avatarisierung auf Social-Media-Plattformen stetig zunimmt und 3D-Elemente auch in der Google-Suche für Shopping-Zwecke integriert werden, hat das Metaverse noch keine großen relevanten Use Cases für Marketer und Creator aufgerufen. Daran konnten auch Metas Kampagne „The impact will be real“ sowie die Integration von NFTs auf Instagram und Facebook (noch) nicht allzu viel ändern.

Zum Jahresende 2022 stellt sich der Branche sogar die Frage, ob Meta sich mit dem großen Investment für das Metaverse nicht verzettelt hat. Der Konzern hat in den vergangenen Monaten immer weiter an Wert verloren (und das in Milliardenhöhe), im Sommer gab es erstmals einen Umsatzrückgang bei Facebooks Mutter und im November gab Meta die Entlassung von rund 11.000 Mitarbeiter:innen bekannt – knapp 13 Prozent der globalen Belegschaft.

Manches Limit ist erreicht: Auch die Tech-Branche strauchelt

Metas Probleme hängen nicht allein mit dem Metaverse zusammen. Der Konzern laboriert auch an einem Problem, das viele Megaunternehmen im Tech-Raum haben: Die User-Zahlen sind so hoch, dass eine Stagnation oder ein Rückgang an einem bestimmten Punkt wenig überraschen dürften. Anfang des Jahres fiel die Zahl der täglichen User auf Facebook erstmals; und weil Meta noch mehr Ziele verfehlte, fiel die Aktie krachend zu Boden – und minderte den Unternehmenswert um rund 200 Milliarden US-Dollar. Meta und Co. müssen sich aber auch anderen Hürden stellen: Makroökonomische Faktoren wie gestiegene Energiepreise, die Inflation (und Auswirkungen des russischen Invasionskrieges in der Ukraine) sind dabei ebenso zu nennen wie strenge Datenschutzvorgaben, etwa Apples App Tracking Transparency – die das Mobile Marketing hemmt – oder Vorgaben der EU. Anfang 2022 rasselte Meta mit dem Säbel und stellte einen Rückzug aus Europa zumindest in den Raum.

Neben Meta haben in den vergangenen Monaten auch Google beziehungsweise Alphabet, Snap Inc., Apple, Amazon und Twitter tausende Fachkräfte entlassen (müssen). Die wirtschaftlichen Probleme fängt die Tech-Branche auch durch immense Preiserhöhungen nicht auf. Amazon Prime wurde im Sommer 2022 deutlich teurer, Apple zum Beispiel erhöhte zuletzt die Kosten für Streaming-Dienste drastisch und Netflix hat zur Monetarisierungsoptimierung ein werbegestütztes Abonnementmodell eingeführt, das Marketern ein ganz neues Inventar bietet. Nun sollte man nicht denken, dass es den großen Tech-Konzernen extrem schlecht geht; der Gewinn von Apple lag zuletzt immer noch bei über 20 Milliarden US-Dollar pro Quartal, der von Alphabet immerhin bei 13,9 Milliarden. Doch Meta, Alphabet, Apple und Co. sind gezwungen, Prioritäten zu setzen in einer Zeit, in der einige Limits erreicht scheinen. Sogar TikTok, die Trend-App der vergangenen Jahre und jene App, die seit langer Zeit die Download Charts toppt, musste zumindest in den USA etwas weniger Wachstum bei den Nutzer:innenzahlen hinnehmen als noch ein Jahr zuvor.

TikTokification allerorten: Instagram nähert sich an und entfernt sich

TikTok ist für viele Creator und Marken zu einer der wichtigsten Plattformen avanciert. Inzwischen lässt die App die Creator auch – ähnlich wie YouTube – an den Ads im Umfeld ihrer Inhalte mitverdienen. Allerdings hat auch YouTube im Bereich der TikTok-Kopie Shorts bereits bis zu 45 Prozent der Werbeeinnahmen für Creator in Aussicht gestellt. Der Erfolg TikToks lässt sich an vielen Zahlen und Fakten ablesen. In rund vier Jahren wurde die App knapp vier Milliarden Mal heruntergeladen, öfter als jede andere in diesem Zeitraum. Und der Einfluss auf die Popkultur und das Nutzungsverhalten im Digitalraum ist zweifellos immens.

Musik auf TikTok verändert die Art und Weise, wie die Menschen Musik entdecken und hören,

erklärt uns TikToks Michael Kümmerle im Interview. Zudem nutzen immer mehr junge Menschen TikTok als Such-App und viele User informieren sich dort sogar über die aktuellen Nachrichten und Neuigkeiten. Wie groß der Einfluss TikToks in der Digitalwelt aber tatsächlich ist, lässt sich auch daran erkennen, dass die Konkurrenz (beinahe schamlos) von der ByteDance-Tochter abkupfert. Instagram, Facebook und YouTube haben mit Reels und Shorts Kopien von TikTok geschaffen, die von den Konzernen Meta und Alphabet mit Nachdruck gefördert werden. Im Frühjahr 2022 machten Reels schon über 20 Prozent der auf Instagram verbrachten Zeit aus. Selbst Twitter startete im Sommer einen Video-Feed à la TikTok.

Twitters immersiver Full-Screen Feed für Videos, © Twitter
Twitters immersiver Full-Screen Feed für Videos, © Twitter

Und das 9:16-Format sowie der immersive scrollable Feed mit Empfehlungen wurden auch in anderen Kontexten für Bilder und Videos adaptiert. Amazon launchte erst kürzlich einen Foto- und Video-Feed namens Inspire, der an TikTok angelehnt ist und das Shopping auf die Erfahrungen der TikTok, Shorts und Reels User anpasst. Passend dazu hatte uns Adil Sbai, Mitgründer und CEO der Agentur WeCreate, erklärt:

Die neuen Popstars werden auf Plattformen wie TikTok oder YouTube geboren. 9:16 Star ist deshalb der nächste logische Schritt angesichts des immer relevanter werdenden Vertical-Video-Formats.

Instagram trieb es mit der Anpassung an TikTok aber zu weit – zumindest nach Ansicht vieler Nutzer:innen. Im Sommer 2022 wehrten sich Hunderttausende im Rahmen der Petition „Make Instagram Instagram again.“; sogar Stars wie Kylie Jenner und Kim Kardashian, die auf der Plattform zusammen über 700 Millionen Follower haben, schlossen sich an.

Website der Petition Make Instagram Instagram again, © change.org
Website der Petition, © change.org

Die User wollten weniger Anpassung an TikTok mitsamt Fokus auf per Algorithmus empfohlene Inhalte und eine Rückkehr zu einer Plattform, die vor allem auf die Inhalte von Freund:innen und Followern Wert legt. Das Feedback der User führte bereits zu Veränderungen. Plattformchef Adam Mosseri gab im laufe des Jahres an, man habe sich zu sehr auf Video-Content fokussiert. Der immersive Home Feed à la TikTok für Reels und Posts blieb nur als Testversion beziehungsweise Option bestehen. Neben dem klassischen Home Feed waren auf Instagram dieses Jahr der Following und Favorites Feed im März eingeführt worden. Beide sind chronologisch aufgebaut. „Gefolgt“ zeigt Nutzer:innen die neuesten Beiträge der Accounts an, denen diese folgen. Dagegen erscheinen bei „Favoriten“ Beiträge vorab ausgewählter Lieblings-Accounts. Inzwischen setzt Instagram auf neue Funktionen für echte Verbindungen und Zusammenarbeit, darunter das brandneue Features Notes.

Trotz des Trubels um die TikTokification zählt Instagram weiterhin zu den populärsten Social Apps überhaupt. Allerdings stoßen die vielen Ads auf der Plattform manchen Usern sauer auf. Daher trendete im September 2022 kurz The OG App, eine Instagram-Kopie ohne Werbung – ehe sie aufgrund von Richtlinienverstößen gegen Meta wieder aus den App Stores verschwand. Außerdem verliert Instagram gegenüber Snapchat und TikTok an Relevanz bei jüngeren Usern, wie jenen aus der Gen Z. Doch nicht nur die großen Plattformen konkurrieren um die Gunst der Social-Media-Nutzer:innen. Vor allem junge User zieht es derzeit zu neueren Apps wie BeReal, Gas und Co.

Neue Plattformen braucht das Land

Eine echte Konkurrenz für TikTok, Snapchat, Facebook, Instagram und YouTube ist BeReal sicher noch nicht. Über 50 Millionen Downloads konnte die App zuletzt verzeichnen. Doch BeReal ist anders als die anderen und das gefällt vielen Nutzer:innen. Die Popularität der App, die vor allem durch das reduzierte Posting-Verhalten und die simultanen Aufnahmen mit Vorder- und Rückkamera des Smartphones heraussticht, zeigte sich in den vergangenen Monaten auch an den Kopierbestrebungen der großen Konkurrenz. Instagram und Snapchat launchten Dual-Kamera-Modi, die Candid Challenges Instagrams erinnern an BeReals Posting-Aufrufe und TikTok hat mit TikTok Now gleich eine Standalone App im Stile der Erfolgs-App aus Frankreich kreiert. Trotz der Übernahme der wichtigsten Merkmale BeReals wird die App von immer mehr Menschen heruntergeladen. Von Apple wurde BeReal sogar zur iPhone App des Jahres gekürt; und wir dürfen 2023 noch viel mehr von der Plattform erwarten. Ads und eine Monetarisierungsoption gibt es auf dieser unterdessen noch nicht.

Neben BeReal haben sich 2022 weitere Apps in den Vordergrund gespielt, die im Social-Media-Bereich zumindest für eine kurze Zeit einen Hype ausgelöst haben. Da ist zum Beispiel die App Gas. Gas ermöglicht es US Usern, anonym Komplimente an beispielsweise Freund:innen oder Klassenkamerad:innen per Umfragen zu senden. Gegründet von Ex-Facebook-Mitarbeiter Nikita Bier, konnte sich die App zeitweise in den Download Charts in den USA ganz nach oben setzen, vor TikTok und BeReal. In diesen Charts ist neben Instagram, WhatsApp, TikTok und Co. auch CapCut seit einiger Zeit stets zu finden. Die Video-Editing-App von ByteDance sorgt für zahlreiche Downloads und gehört wohl zu den größten Gewinner:innen des Jahres.

Während Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk einen großen Anstieg der User-Zahlen verzeichnen konnte, sind auch viele Nutzer:innen zu anderen Plattformen abgewandert. Eine Social-Alternative bietet Hive Social: Die App konnte über Nacht 250.000 neue User zählen, musste sich jedoch aufgrund einer geringen Zahl an Mitarbeiter:innen darauf erst einmal Sicherheitsbedenken widmen. Eine andere Alternative zu Twitter, Spill, soll Anfang 2023 an den Start gehen. Der Clou: Ex-Mitarbeiter Twitters haben die Plattform kreiert und wollen unmittelbar Creator-Monetarisierung umsetzen, basierend auf viralen Spills (analog zu Tweets).

Warum LinkedIn so wichtig ist

Es gibt noch viele weitere Plattformen, die 2022 an Relevanz gewonnen haben. Doch eine, die für viele Marketer, Unternehmen und zusehendes mehr Creator immer unverzichtbarer wird, ist LinkedIn. Mit über 850 Millionen monatlich aktiven Usern und Rekordwerten für das Engagement ist die Microsoft-Plattform ein gutes Umfeld für Community Management, Social Selling, Nachrichtenweitergabe, den Austausch mit Branchenexpert:innen und dergleichen.



Auf LinkedIn haben User dieses Jahr eine Reihe neuer Funktionen erhalten. Dazu zählen SEO Features für Artikel und Newsletter, die Konkurrenzanalyse und Emoji Picker Tools, Creator und Post Analytics, Link Sticker wie auf Instagram und vor allem ein lang ersehntes Post-Planungs-Tool; ein ähnliches hat auch Instagram endlich für den In-App-Bereich eingeführt.

Das Post-Planungs-Tool auf LinkedIn, eigener Screenshot
Das Post-Planungs-Tool auf LinkedIn, eigener Screenshot

Wer Ende 2022 und 2023 im Social Media Game aktiv ist, die eigene Marke stärken möchte oder als (Corporate) Influencer Einfluss auf das Digitalgeschehen nehmen möchte, sollte LinkedIn auf dem Zettel haben und sinnvoll einsetzen. Auch für Werbetreibende ist die Plattform relevant; mit dem neuen Brand Safety Hub können sie jetzt sogar die Platzierung im individuellen Audience Network verwalten.

Mehr Shopping auf diversen Plattformen und in Apps – auch Messaging Apps

Wer Produkte und Dienstleistungen über soziale Medien und anderen Kanäle, etwa auch die (Google-)Suche anbietet, bekommt seit Jahren stetig neue Funktionen geliefert. Der Social Commerce ist einer der größten Trends im Digitalraum, wenngleich die Integration einiger E-Commerce Features auf Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok von bescheidenem Erfolg gekrönt war. 2022 stellte TikTok eine Reihe von E-Commerce-Plänen für Europa zurück, weil das Interesse zu gering war. Der neue Shop Tab zeigte wenig Wirkung. Dieser erinnert an Instagrams Version, doch auch die Meta-Tochter gab vor wenigen Monaten überraschend bekannt, dass der Shop Tab der App 2023 verschwinden soll. Nach der Einstellung von IGTV und den dazugehörigen Monetarisierungsoptionen stellt das eine weitere krasse Veränderung dar. Facebook wiederum cancelte im Sommer 2022 ein Live Shopping Feature.

Trotzdem bleibt Shopping ein wichtiger Ansatz für die Konzerne – immerhin ist dieses Geschäft neben den immer relevanteren Abonnements und Exklusiv-Funktionen besonders lukrativ. Metas Messaging App WhatsApp führte zum Beispiel in diesem Jahr eine komplette Ende-zu-Ende-Shopping-Erfahrung direkt im Chat ein.

Shopping ist auch auf YouTube ein großes Thema, etwa im Bereich Live Shopping, aber auch im Kontext von Ads und Shopping Tags. Im Herbst führte die größte Videoplattform im Markt drei neue Werbeformate ein, die Advertisern mehr Spielraum liefern. Für viele Advertiser, aber auch Creator ist allerdings inzwischen der Bereich Shorts zu einem extrem wichtigen Anlaufpunkt geworden. Schon mehr als 1,5 Milliarden User sind monatlich in diesem Bereich aktiv; und Shorts können inzwischen sogar auf dem TV-Bildschirm rezipiert werden, während diverse Videoinhalte in die 9:16 Clips verwandelt werden können (mehr über Shorts erfährst du in unserem Guide mit Basics und Best Practices).

Inspiration zum Kauf erhalten User, aber auch Unternehmen auf TikTok, YouTube, Instagram, Snapchat und nicht zuletzt auch Pinterest – aber ebenso über die Produktsuche auf Amazon oder Google. Gerade die relevanteste Suchmaschine der Welt setzt verstärkt den Fokus auf E-Commerce-Integrationen und entsprechende Reviews – für letzteres sind die Product Reviews Updates ebenso Ausdruck wie die Funktionen namens „Find places through reviews“ und Co.

Googles Update-Welle und Multisearch-Revolution

Die visuelle Suche, auch nach Produkten, steht bei Google immer mehr im Mittelpunkt. Im Rahmen des Search On 22 Events wurden bereits diverse neue Shopping-Optionen vorgestellt. Wer in den USA das Wort „shop“ mit dem gesuchten Produkt in der Suche kombiniert, erhält den visuellen Feed und Zugriff auf Informationen zur Verfügbarkeit des Produkts in der Nähe sowie auf weitere Research Tools.

Direkt in der Suche wird es zudem eine „Shop the look“-Option geben. Darüber hinaus können US Shopper trendende Produkte einsehen und 3D Visuals von Produkten anschauen – zunächst von Sneakern. Zusätzlich sollen die Buying Guides bei schwierigeren Kaufentscheidungen unterstützen, ebenso wie die Page Insights, die auch zeigen, was andere Käufer:innen von Produkten halten. Auch personalisierte Produktsuchen wird Google integrieren, sodass Shopper Präferenzen zu Marken, Segmenten etc. voreinstellen können.

Insgesamt möchte Google die Suche intuitiver gestalten. Dafür wurde sogar eine echte kleine Search-Revolution gestartet. Bereits im Mai stellte Google im Rahmen der Entwickler:innenkonferenz I/O die sogenannte Multisearch oder Kombi-Suche vor. Diese solle die Suche neu definieren, hieß es schon im Frühjahr. Die Kombi-Suche ermöglicht es, Text, gesprochene Sprache, Bilder, Videos und mehr zugleich zum Suchen einzusetzen. Prabhakar Raghavan, Senior Vice President bei Google, erklärte zu der Zeit:

Heute definieren wir die Google Suche neu und kombinieren unser Verständnis aller Arten von Informationen – Text, Sprache, Bild und mehr – damit ihr nützliche Informationen zu allem, was ihr seht, hört und erlebt, auf die intuitivste Weise finden könnt. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der ihr eure ganze Welt auf jede Art und Weise durchsuchen könnt.

Alle Google-Neuigkeiten aus diesem Jahr lassen sich in diesem Text kaum abbilden, von verlässlicheren Featured Snippets dank KI über den Roll-out des Continuous Scrolling für die Desktop-Suche bis hin zu neuen Lösungen für das cookieless Targeting waren zahlreiche Veränderungen zu vermerken. Gleich zu Anfang des Jahres hat Google die Cookie-Alternative FLoC durch die interessenbasierte Methode Topics ersetzt.

Was SEOs und Seitenbetreiber:innen 2022 wie jedes Jahr umtreibt, sind jedoch die diversen großen Updates, die das Suchmaschinenunternehmen durchführt. In diesem Jahr gab es wie gewohnt mehrere Core Updates und erstmal liefen große Updates auch parallel zueinander ab. Neu in der Riege der Updates ist das sogenannte Helpful Content Update. Dieses wurde im Dezember 2022 bereits zum zweiten Mal eingesetzt, bei jenem Mal erstmals auch für nicht-englischsprachige Ergebnisse und weltweit. Das Helpful Content Update belohnt in großem Maße Inhalte, die von Menschen für Menschen geschrieben wurden, also Content, der einerseits nützlich für Suchende ist und andererseits eine natürliche UX bieten kann. Im Umkehrschluss könnten Inhalte, die beinahe mechanisch oder mit Kalkül für Suchmaschinen erstellt worden sind, in der Suche an Relevanz verlieren.

Die Frequenz der Updates hatte sich schon 2021 erhöht, dieser Trend setzte sich 2022 bei Google fort und hielt viele SEOs auf Trab. Die gute Nachricht für alle ist jedoch: Wer die Basics immer wieder gut umsetzt, hat schon viele Wettbewerbsvorteile auf der eigenen Seite. Zudem hat Google kürzlich einen Guide über alle relevanten Ranking-Systeme veröffentlicht, an dem sich SEOs und Seitenbetreiber:innen orientieren können.

Die OnlineMarketing.de-Redaktion im Wandel der Zeit

Der Blick zurück auf das bewegte Jahr 2022 zeigt, dass wir noch hunderte andere Themen nennen könnten, die die Online-Marketing-Branche geprägt haben. Sei es der Digital Markets Act der EU, dessen Vorgaben 2024 für krasse Veränderungen sorgen dürften und der Apple schon jetzt zum Handeln gezwungen hat. Oder sei es das Trendthema KI-Entwicklung: In diesem Kontext machen DALL-E 2 und ChatGPT sowie Apps wie die Lensa AI App von sich reden.

Die Redaktion von OnlineMarketing.de – die in diesem Jahr auch alte Mitglieder verabschiedet und neue hinzugewonnen hat – veröffentlichte 2022 über 2.000 Artikel, setzte tausende Posts auf diversen Kanälen ab und informiert dich täglich über wichtige Marketing-Entwicklungen. Um dich stets informiert zu halten, haben wir darüber hinaus unseren Daily und Weekend Update sowie den Karriere-Newsletter und das HR Update regelmäßig rausgeschickt. Von unseren Branchen-Highlights zum Wochenende bis zu brandaktuellen (Audio) Updates aus der Welt des Online Marketing sind verschiedenste Inhalte für dich zu finden. Unser Weekly Update gibt es darüber hinaus auch im Digital Bash Podcast wöchentlich auf die Ohren – auf Spotify, Acast und Apple Podcast.

Damit konnten wir dann auch tausende neue Follower auf verschiedenen Kanälen gewinnen. Über 19.000 Follower auf LinkedIn, mehr als 18.000 Follower auf Instagram, über 24.000 Follower auf Twitter, über 30.000 Follower auf XING und mehr als 57.000 Follower auf Facebook werden von uns mit News, Tipps und Tricks versorgt. Auch auf TikTok teilen wir seit kurzem jeden Tag News der Branche. Dazu kommen Tausende Follower der Digital Bash Accounts.

@onlinemarketing.de

Alles wird teurer, nun auch die Streaming-Dienste von Apple. Betrifft dich die Preissteigerung? Mehr News aus der Welt des Online Marketings gibt‘s auf OnlineMarketing.de 🤓

♬ Originalton – OnlineMarketing.de

In diesem Jahr konnte die Redaktion auch wieder an vielen Branchen-Events teilnehmen: vom OMR Festival (mit unserem eigenen Digital Bash-Stand) bis hin zur ersten Baby got Business-Konferenz. Und dass das Potenzial von Events, aber insbesondere auch von Podcasts noch lange nicht ausgeschöpft ist, haben wir dieses Jahr auf dem ersten ALL EARS Podcast Summit von Spotify in Berlin gelernt.

Der Digital Bash: Das Main Event als große Marketing Party, der Podcast als Insight Channel

Unser großes Event Highlight des Jahres war jedoch das erste Digital Bash – Main Event. Hunderte Besucher:innen kamen ins Hamburger Millerntor-Stadion, tausende sahen online zu: Auf unseren zwei Hauptbühnen und in diversen Masterclasses traten Speaker von Adobe, Google, Meta, ABOUT YOU und Co. auf, echte Hamburger Stadionatmosphäre (inklusive Stadionführung) und die Chance auf einen wunderbaren Austausch mit Branchenexpert:innen lockte zusätzlich viele Marketer.

Dieses Event war das Tüpfelchen auf dem i; denn der Digital Bash richtete in diesem Jahr erneut knapp 70 Ausgaben aus – darunter auch spezielle EXTREME Events etwa zum Metaverse oder zum LinkedIn Marketing – und konnte mehr als 100.000 qualifizierte Teilnehmer:innen generieren. Zahlreiche Unternehmen waren auf der digitalen Bühne vertreten, von Google bis Meta, von Adobe über WeCreate und Yext bis hin zur Deutschen Post. Über 90 Prozent der Speaker würden auch gern weiterhin mit uns tolle Events gestalten.

Ein LinkedIn Post zu einer der jüngeren Digital Bash-Ausgaben, eigene Quelle
Ein LinkedIn Post zu einer der jüngeren Digital Bash-Ausgaben, eigene Quelle

Im Rahmen unseres Erfolgsmodells Digital Bash veröffentlichen wir für unsere Zuhörer:innen wöchentlich das Digital Bash Podcast Weekly Update und zusätzlich einige Expert:innenfolgen. Bis Anfang Dezember 2022 kamen 48 Folgen zusammen. Und nach der Weihnachtspause kannst du auch wieder jeden Freitag in unter zehn Minuten über die wichtigsten Online Marketing Trends in unserem Podcast informiert werden.

Spotify Wrapped für den Digital Bash Podcast, eigene Quelle (via Spotify)
Spotify Wrapped für den Digital Bash Podcast, eigene Quelle (via Spotify)

Ein spannendes Jahr 2023 liegt vor uns

2022 hat so viele und vielfältige Neuigkeiten für die gesamte Online-Marketing-Szene, für den Digital Bash und auch für OnlineMarketing.de mit sich gebracht. In einigen Tagen startet ein neues Jahr, auf das wir gebannt blicken. Google, TikTok, Meta, Twitter, Apple und Co. werden uns sicher begleiten, wir sind aber auch auf Newcomer und große Zäsuren gespannt.

Neue Perspektiven und Potentiale gibt es stetig zu entdecken – und wir bleiben für dich am Ball. Wie die gesamte Branche sich entwickelt und wie das Digital Marketing 2023 aussieht, kannst du wie gewohnt bei OnlineMarketing.de nachlesen und beim Digital Bash und im Digital Bash Podcast nachvollziehen. Wir hoffen, dich weiterhin begleiten zu dürfen und wünschen dir schöne Feiertage, einen guten Jahreswechsel und einen tollen Start ins neue Jahr.

Für die bei einigen freie Zeit bis Neujahr haben wir genügend Content für dich bereitgestellt, damit du immer up to date bleibst. Und für 2023 kannst du dich bereits jetzt mit unserem neuen Content-Kalender rüsten. Stay safe and be kind!


Du möchtest die wichtigsten Ereignisse und Aktionstage des kommenden Jahres nicht verpassen und das ganze Jahr über Content-Inspiration geliefert bekommen? Dann lade dir jetzt unseren Content-Kalender 2023 herunter!

Der OnlineMarketing.de-Content-Kalender 2023


Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bietet einen individuellen Überblick. Schreib gern in die Kommentare, was für dich im Digitalraum und Online Marketing 2022 besonders wichtig war.

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