Angesichts Elon Musks Rücktritt von dem Übernahmevertrag und Twitters daraufhin eingereichter Klage gegen den CEO von Tesla ist Twitters Zukunft derzeit ungewiss. Das neueste Leistungs-Update für Q2 2022 weist einen Rückgang der Einnahmen im Jahresvergleich auf, die auf aus diesen Umständen resultierenden schwierigen Marktbedingungen zurückgeführt werden können. Gleichzeitig konnte die Social-Media-Plattform jedoch auch einen Anstieg der aktiven Nutzer:innen konstatieren – insgesamt konnte Twitter neun Millionen neue täglich aktive User gewinnen, was einer Gesamtzahl von 238 Millionen mDAU entspricht.

Twitters Entwicklung der Nutzer:innenzahlen

Von den neun Millionen zusätzlichen Usern stammen lediglich zwei Millionen aus den USA. Insgesamt konnte die App jedoch in den drei vergangenen Quartalen fünf Millionen weitere US-Nutzer:innen gewinnen, nachdem das Wachstum im US-amerikanischen Raum zunächst beinah zwei Jahre lang stagnierte und zeitweise sogar rückläufig war. Prozentual aufgeschlüsselt liegt das Jahreswachstum bei 6,4 Prozent in den USA und bei den internationalen Twitter-Nutzer:innen bei 18,1 Prozent. Bezüglich Twitters „Rest der Welt“-Statistiken und der weiteren sieben Millionen neuen User hat die Social-Plattform jedoch keine Aufschlüsselung der Herkunft veröffentlicht. Japan und Indien bleiben allerdings nach den USA die zweit- und drittgrößte Nutzer:innenbasis.

In Indien ist Twitters weiteres Dasein jedoch ungewiss, da die indische Regierung bestimmte Diskussion und Personen auf der Grundlage politisch sensibler Themen zensieren möchte. Twitter ist dieser Forderung nachgekommen; dennoch droht der Plattform hier immer noch ein Verbot. Wenn dies durchgesetzt werden würde, ebenso wie es bei TikTok der Fall war, könnte dies ein schwerer Rückschlag bezüglich der allgemeinen Expansion des Tech-Unternehmens sein.

Eigenen Angaben zufolge führt Twitter sein gesamtes mDAU-Wachstum auf „laufende Produktverbesserungen und globale Gespräche über aktuelle Ereignisse“ zurück. Beispielsweise hat die App neue Statusfunktionen und Teilfunktionen für Spaces gelauncht.

Twitter erleidet Umsatzverlust

Insgesamt konnte Twitter im zweiten Quartal 1,18 Milliarden US-Dollar erwirtschaften und musste somit einen Rückgang von einem Prozent im Jahresvergleich feststellen. Twitter sagt, dass der Rückgang auf den „Gegenwind der Werbebranche im Zusammenhang mit dem Makroumfeld“ zurückzuführen ist. Das Unternehmen schreibt sogar dem Rechtsstreit mit dem Tesla CEO direkt die Probleme zu und nennt konkret „Unsicherheit im Zusammenhang mit der bevorstehenden Übernahme von Twitter durch eine Tochtergesellschaft von Elon Musk“ als weiteren Faktor für die geringere Umsatzentwicklung.

Zudem weist Twitter darauf hin, dass die Kosten und Ausgaben im zweiten Quartal 1,52 Milliarden US-Dollar betrugen, was einer Steigerung von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2022 entspricht. Allein die abfindungsbedingten Kosten beliefen sich dieses Jahr auf rund 19 Millionen US-Dollar, da unter anderem die Mitarbeiter:innenfluktuation „seit der Unterzeichnung des Fusionsvertrags im Aufschwung ist“. Anfang Juli 2022 entließ das Unternehmen laut The Wall Street Journal beispielsweise etwa ein Drittel seines Talentakquisitionsteams.

Twitter-Aktie sinkt

Das Social-Media-Unternehmen meldete einen bereinigten Verlust pro Aktie von 0,08 US-Dollar, während der Markt einen Gewinn pro Aktie von 0,14 US-Dollar erwartet hatte und somit seinen ersten bereinigten Verlust seit zwei Jahren und den zweiten in seiner Geschichte.

Fazit ist, dass die Unsicherheiten rund um Twitters Zukunft laut eigener Angaben negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben. Zwar schreiben Expert:innen innerhalb des Rechtsstreits Twitter bessere Gewinnchancen zu, doch wenn Elon Musk stattdessen gewinnen würde, könnte sich die Lage der Plattform noch einmal verschlechtern.

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