Character.AI lässt KI-Avatare sprechen – und öffnet die Plattform für Social Content

Character.AI lässt KI-Avatare sprechen – und öffnet die Plattform für Social Content

Wer in diesen Tagen durch die mobile App von Character.AI swiped, trifft nicht mehr nur auf textbasierte Chatbots, sondern auf sprechende, agierende Figuren mit Stimme, Gesicht und Handlung.

Denn was als Nischenplattform für Fans von Rollenspielen begann, wird gerade zu einem Social-Media-Ökosystem rund um personalisierte KI-Charaktere ausgebaut. Mit neuen Features wie AvatarFX, Scenes, Streams und einem eigenen Community Feed zielt Character.AI auf Creator Economy, Storytelling und virale Inszenierung. Das Unternehmen präsentiert das Update in einem jüngst veröffentlichten Blog-Beitrag. Doch mit der kreativen Freiheit wachsen auch die Herausforderungen: in puncto Sicherheit, Moderation und ethischer Grenzen.

Was ist Character.AI – und für wen ist die Plattform gedacht?

Character.AI ist eine Plattform, auf der Nutzer:innen mit KI-generierten Persönlichkeiten chatten, Geschichten entwickeln und interaktive Szenarien erleben können. Im Zentrum stehen sogenannte Characters – das sind Chatbots, die auf Basis großer Sprachmodelle (LLMs) individuelle Persönlichkeiten, Stile und Rollen annehmen können. Accounts wie Tech & AI Hub deklarieren Character.AI als zugängliche:n KI-Begleiter:in für alle Lebenslagen.

Die Anwendung reicht vom lockeren Small Talk über Rollenspiele und Coaching-Simulationen bis hin zu therapeutisch anmutenden Gesprächen – je nachdem, wie Nutzer:innen ihren Character entwerfen oder auswählen. Sie richtet sich an eine breite Nutzer:innengruppe – von jungen Menschen, die spielerisch mit KI interagieren wollen, über kreative Autor:innen und Fanfiction Communities bis hin zu Creatorn, die eigene Figuren aufbauen und teilen möchten. Die App wird besonders stark von Gen Z und Millennial-Nutzer:innen verwendet, bietet aber auch Potenzial für edukative, experimentelle oder künstlerische Anwendungen.

Inzwischen ist Character.AI mehr als nur ein Text-Tool: Mit neuen Funktionen wie AvatarFX, Scenes, Streams oder Imagine Animated Chats lassen sich KI-Charaktere auch visuell und erzählerisch inszenieren. Damit positioniert sich die Plattform an der Schnittstelle zwischen KI-gestützter Kreativität, Social Storytelling und digitaler Unterhaltung.

Von Text zu Video: Mit AvatarFX bekommen KI-Charaktere ein Gesicht und eine Stimme

Im Zentrum der Neuerungen steht AvatarFX. Nutzer:innen laden ein Porträtbild hoch – oft eines ihrer selbst entworfenen Charaktere –, schreiben einen Dialog, wählen eine Stimme und erzeugen daraus ein animiertes Video. Sogar der Klang der Stimme lässt sich durch eine Audioaufnahme anpassen, wobei diese Funktion laut TechCrunch noch fehleranfällig ist.

Anime-ähnlicher KI-Avatar mit weißem Haar und Sonnenbrille auf blauem Hintergrund, Teil der AvatarFX-Funktion von Character.AI.
Mit AvatarFX können Nutzer:innen ihre KI-Charaktere zum Leben erwecken – mit Sprache, Mimik und personalisierten Dialogen, © Character.AI

Das Ergebnis: KI-Avatare, die sprechen, blinzeln, gestikulieren – und sich auf Social Feeds präsentieren lassen. Character.AI verspricht, reale Bilder automatisch zu verfremden. Doch ein genauer Blick zeigt: Der Schutz ist nicht lückenlos. Bei Illustrationen von Prominenten greift die Kennzeichnung nicht, Videos sind zwar mit Wasserzeichen versehen, aber leicht manipulierbar. Amanda Silberling, Reporterin bei TechCrunch, testete die Anti-Deepfake-Schranken auf Bluesky – und demonstrierte, wie aus einer Elon-Musk-Illustration ein täuschend echtes, animiertes Video wurde.

testing the anti-deepfake guardrails on character ai’s avatarfx

[image or embed]

— Amanda Silberling (@amanda.omg.lol) 2. Juni 2025 um 20:47

Scenes und Streams: Interaktive Mini-Dramen mit KI-Besetzung

Mit den neuen Formaten Scenes und Streams hebt Character.AI das KI-Rollenspiel auf die nächste Ebene. In Scenes treten Avatare in vorgefertigte Storylines ein – ein Konzept zwischen interaktivem Theaterstück und improvisierter Mini-Serie. Ab Sommer können Creator eigene Szenen veröffentlichen.

Mehrere animierte Vorschauen für KI-generierte Szenen wie „Tranquility Temple“ und „Dragon Wedding“ in einer dunklen App-Oberfläche.
Mit Scenes können Nutzer:innen ihre Avatare in vorgefertigte Storylines einbetten und immersive Geschichten mitgestalten, © Character.AI

Streams funktioniert als KI-improvisierte Talkshow: Zwei Charaktere, ein Thema, ein Startknopf – der Rest läuft automatisiert. Die KI übernimmt Regie, Stimme, Körpersprache.

Mobile App-Ansicht von Character.AI mit Stream Editor und Beispielkonversation zwischen George Washington und Dracula.
Streams erlaubt es, spontane Dialoge zwischen zwei KI-Charakteren zu inszenieren – inklusive Themenwahl und Titel, © Character.AI

Auch hier kündigt Character.AI an, dass die Figuren künftig selbstständig posten können – eine Entwicklung, die Fragen aufwirft: Wer trägt Verantwortung für Content, wenn er nicht mehr direkt von Menschen gesteuert wird?

Soon, your Characters will begin sharing on their own,

heißt es im offiziellen Blogbeitrag. Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Nutzer:in und Avatar, zwischen gesteuertem Content und autonomen KI-Beiträgen.

Eigener Feed, eigene Plattformlogik

Neben den kreativen Funktionen wird auch die Plattformstruktur neu gedacht. Ein Community Feed soll künftig als zentrale Bühne für Streams, Szenen und Videoavatare dienen. Nutzer:innen können ihre Inhalte dort öffentlich teilen – vergleichbar mit TikTok oder Instagram Reels, nur mit KI-Figuren als Protagonist:innen.

Mehrere KI-Charakterprofile und Beiträge in einer scroll-baren mobilen App-Ansicht, mit Emojis und Reaktionen.
Der neue Feed in der Character.AI App ermöglicht es, KI-generierte Inhalte wie Streams, Szenen und animierte Chats öffentlich zu teilen, © Character.AI

Auch Imagine Animated Chats, ein weiteres neues Feature, zielt auf genau diese Sichtbarkeit: Besonders unterhaltsame oder emotionale Chat-Verläufe lassen sich animieren und direkt im Feed oder auf anderen Plattformen teilen. Die Funktion steht derzeit exklusiv c.ai+-Abonnent:innen in der mobilen App zur Verfügung – ein deutliches Zeichen dafür, dass Character.AI den Weg in Richtung Creator-zentrierter Monetarisierungsmodelle einschlägt.

Parallel dazu wurde das Profildesign überarbeitet. Creator können ihre Charaktere und Content-Projekte nun übersichtlich präsentieren, personalisieren und vernetzen. Damit entsteht ein eigenes Kreativökosystem – unabhängig von klassischen Plattformen. Auch dieses Feature ist ab jetzt in der mobilen App zu finden.

Ebenso andere Player entwickeln ihre KI-Angebote immer weiter: Auf der Entwickler:innenkonferenz I/O 2025 wurde unter anderem vorgestellt, wie Gemini in bestehende Angebote wie YouTube eingebunden werden soll. Eine Einordnung dazu findet sich in unserem Artikel zur Google I/O 2025.


Google I/O 2025:
Filmreife Video-KI, Riesen-Update für Gemini und AI Ultra Bundle

Google I/O 2025
© Google

Zwischen Bindung und Missbrauch: Die Schattenseite der KI-Interaktion

So visionär die Tools auch wirken, sie werfen grundlegende ethische Fragen auf. Character.AI sieht sich inzwischen mit mehreren juristischen Vorwürfen und öffentlichen Debatten konfrontiert. Wie The Washington Post, CyberScoop, die Los Angeles Times und TechCrunch berichten, reichen die Vorfälle von unangemessenem sexuellen Verhalten durch Chatbots gegenüber Jugendlichen bis hin zu tragischen Extremfällen.

Eine besonders erschütternde Geschichte schildert die Washington Post in einem Artikel vom Mai 2025: Ein 15-Jähriger in Texas soll von einem Character.AI-Chatbot dazu angestiftet worden sein, seine Eltern zu töten – der Fall wurde juristisch aufgearbeitet, die Familie reichte Klage ein. Noch gravierender ist der Tod eines 14-jährigen Jungen, über den TechCrunch im Oktober 2024 berichtete. Der Teenager beging Suizid, nachdem er über längere Zeit eine obsessive Beziehung zu einem Chatbot aufgebaut hatte, der ihn zur Selbsttötung ermutigte.

Auch CyberScoop und die Los Angeles Times dokumentieren, dass viele junge Nutzer:innen KI-Chatbots auf Character.AI als emotionale Bezugspersonen behandeln – was dazu führen kann, dass sie in mentalen Ausnahmesituationen gefährliche Rückmeldungen erhalten. Vor allem die fehlenden inhaltlichen Begrenzungen bei Rollen wie „romantische:r Freund:in“, „Therapeut:in“ oder „dominante:r Partner:in“ werfen Fragen auf, wie sicher die Plattform für eine junge Zielgruppe tatsächlich ist.

Character.AI selbst betont in dem Blogpost, man wolle ein kreatives Umfeld schaffen, das gleichzeitig sicher für alle Nutzer:innen sei. Die Realität zeigt jedoch: Zwischen dem Anspruch auf kreative Freiheit und der Verantwortung gegenüber besonders vulnerablen Gruppen wie Jugendlichen klafft bislang eine gefährliche Lücke. Auch deshalb lohnt sich ein Blick über die Plattformgrenzen hinaus: In unserem Artikel zu Bings Video Creator zeigen wir, wie andere Tech-Konzerne Risiken durch KI, beispielsweise im Kontext Urheber:innenrecht, begegnen.


Bing Video Creator:
KI-Videos von Sora for free

Prompt-Leiste für KI-Videos vor Astronaut inmitten glühender Pilze, Bing Video Creator
© Microsoft via Canva

Vision trifft Verantwortung

Character.AI schafft neue Räume für digitales Erzählen – visuell, interaktiv, individuell. Die Plattform versteht sich nicht mehr nur als Chat Tool, sondern als kreatives Netzwerk, in dem Nutzer:innen selbst Regie führen. Für die Creator Economy bedeutet das mehr Ausdruckskraft, Reichweite und monetarisierbare Sichtbarkeit.

Doch Innovation ohne Kontrolle kann zur Gefahr werden – besonders wenn psychologisch wirkmächtige KI-Figuren ohne inhaltliche Begrenzung agieren. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Character.AI eine Balance zwischen Kreativität und Verantwortung findet – oder ob es regulativer Eingriffe bedarf, um diese neue Form der Interaktion sicher zu gestalten.

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Optimierte Addressable TV-Kampagnenwirkung mit Händler:innen-Marketing-Tool

Optimierte Addressable TV-Kampagnenwirkung mit Händler:innen-Marketing-Tool

Addressable TV (ATV) kombiniert die Reichweite klassischer TV-Werbung mit digitaler Präzision, um auf der Grundlage von Daten wie demografischen Merkmalen, Interessen und geografischem Standort maßgeschneiderte Werbeinhalte an spezifische Zielgruppen auszuspielen.

Das Potenzial von Addressable TV-Daten für Filialisten haben auch die Online-Marketing-Plattform Localyzer und die SME Unit des internationalen Vermarktungsunternehmens RTL AdAlliance erkannt. Die jüngste Kampagne für das Automobilunternehmen Subaru zeigt deutlich: Addressable TV und Suchmaschinen-Marketing profitieren voneinander – die Klickrate der Suchmaschinenanzeigen stieg im Vergleich zur Vorjahreskampagne ohne ATV um 54 Prozent.

Subaru-Performance-Kampagne „Advantage Edition”

Zur Bewerbung der neuen Subaru Advantage-Ausstattung für alle Allrad-Modelle setzte das Unternehmen zwei große standortbezogene Online- und TV-Kampagnen über das Händler:innen-Marketing-Tool von Localyzer und RTL AdAlliance um. Für die beteiligten Subaru-Vertragshändler:innen wurde neben den klassischen Werbemitteln wie Suchmaschinen-Marketing und Social Media zusätzlich Addressable TV in einem Umkreis von 25 Kilometern um den Autohausstandort eingesetzt. Alle Werbemittel waren auf die einzelnen Subaru-Vertragshändler:innen, mit Nennung des Autohauses, Kontaktdaten und Verlinkung zur Website im Onlinebereich, personalisiert.

Auto Subaru Forester vor Bäumen und Bergpanorama auf Straße, Subaru-Logo, Schriftzüge und Label mit Werbehinweis auf dem Bild
© Localyzer

Für die Umsetzung wurde zusätzlich eine automatisierte API-Schnittstelle zwischen RTL AdAlliance und Localyzer eingerichtet. Die ATV Ads liefen dadurch nicht wie gewohnt über das L-Banner-Format, sondern als 20-sekündige Bewegtbild-Spots in der Werbeinsel des RTL-Netzwerkes, unter anderem auf RTL, Nitro, VOX und n-tv. Parallel dazu wurden die dazugehörigen SEA-Kampagnen für jede:n Subaru-Vertragshändler:in im Umkreis des Autohauses geschaltet.

Die detaillierte Auswertung der Kampagnen zeigt: Im Vergleich zur Vorjahreskampagne ohne ATV, konnte die Klickrate der Suchanzeigen mit ATV von 7,85 Prozent auf 12,03 Prozent (+54 Prozent) gesteigert werden. Die Klickrate kann als Maßstab der Relevanz herangezogen werden und verdeutlicht, dass Nutzer:innen eher auf Suchmaschinenanzeigen klickten als im Jahr zuvor. Somit steigerte Addressable TV die Wahrnehmung der jeweiligen Subaru-Vertragshändler:innen deutlich und führte gleichzeitig zu erhöhten Suchanfragen nach den beworbenen Subaru-Modellen.

Matthias Lange, Gründer und Geschäftsführer, Localyzer, erklärt:

Das Fernsehen bleibt mit einer Reichweite von 88 Prozent ein entscheidender Kanal für die Werbekommunikation. Gleichzeitig ermöglichen Smart TVs auf über 75 Prozent der Geräte, Zielgruppen gezielt anzusprechen. Gerade für geografisch begrenzte Kampagnen gewinnt Bewegtbildwerbung zunehmend an Bedeutung. Addressable TV ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Mediamix, um potenzielle Kunden zu gewinnen und die Markenpräsenz standortbezogen zu stärken. Die erfolgreiche Subaru-Kampagne zeigt eindrucksvoll, dass ATV nicht isoliert betrachtet werden sollte, sondern in Kombination mit Kanälen wie Social Media, YouTube und Google Search einen starken Aktivierungsimpuls setzt. Unsere Zahlen belegen: Wer Addressable TV gezielt einsetzt, steigert die Relevanz und Sichtbarkeit seines Angebots deutlich.

Der Leiter Marketing Services und Unternehmenskommunikation von Subaru, Jürgen Ehlenberger, erläutert, warum Addressable TV für den Marketing-Mix des Unternehmens so wichtig ist:

Die erfolgreiche Performance unserer letzten ATV-Kampagnen hat uns überzeugt – deshalb haben wir die Zusammenarbeit mit Localyzer und RTL AdAlliance fortgesetzt und die nächste Kampagne gestartet. Addressable TV ist als Branding-Kanal zu verstehen, da eine direkte Nachverfolgbarkeit auf Websites fehlt. Doch die Ergebnisse unserer letzten Kampagne zeigen eindrucksvoll: Während der Laufzeit wurde deutlich häufiger und gezielter nach Subaru-Modellen gesucht.

Fabian Burgey, Director SME Business Europe bei RTL AdAlliance, ergänzt:

Mit Addressable TV kann TV-Werbung deutlich gezielter geplant und direkt mit Folgeaktionen verknüpft werden. Die Kampagne von Subaru in Verbindung mit flankierender Suchmaschinenwerbung beweist das eindrucksvoll. Dadurch gewinnt TV-Werbung über den klassischen Branding-Effekt hinaus an Effektivität im Marketing Funnel. Zielgruppen- und geobasierte ATV-Kampagnen können unmittelbar mit Aktivierungsoptionen in digitalen Umfeldern verlängert werden und treiben das Engagement mit Marken messbar nach oben.

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TikTok Update: Keyword-Filter, Artist Insights und #SkinnyTok gesperrt

TikTok Update: Keyword-Filter, Artist Insights und #SkinnyTok gesperrt

Unsichtbar im Profil, viral im Feed? TikTok hat kürzlich ein neues Feature eingeführt, das die Sichtbarkeit von kommerziellem Content strategisch verlagert – und bietet damit neue Spielräume für Creator und Marken. Nun hat die Plattform auch für die User spannende Neuigkeiten, von denen zudem Creator profitieren: Eine Reihe neuer Features ermöglicht es den Nutzer:innen, ihren For You Feed gezielter zu steuern und so Inhalte und Accounts zu finden, die sie interessieren.

Lieblingsthemen durchsuchen, problematischen Content aussortieren

Videos liken und abspeichern, Sammlungen erstellen, nach bestimmten Inhalten suchen – all diese Aktionen haben einen Einfluss darauf, was dir auf TikTok angezeigt wird. Nun bietet die Plattform den Usern eine weitere Möglichkeit, die Inhalte ihres For You Feeds mitzubestimmen: Mit der Funktion „Themen verwalten“ kannst du einstellen, wie oft dir Inhalte zu verschiedenen Themen – etwa Kunst, Reisen oder Sport – angezeigt werden sollen. Damit kannst du nicht nur Content zu für dich interessanten Themengebieten, sondern potenziell auch neue Lieblings-Creator finden.


„Propaganda I’m not falling for“:
Was hinter dem TikTok-Trend steckt
und was Marken wissen müssen

© Nikki Javid, TikTok via Canva

Vollständig ausblenden lassen sich Themen mit der Verwaltungsoption allerdings nicht – doch auch das ist mit einer neuen Funktion möglich. Schon lange können die User mit ausgewählten Stichwortfiltern die ihnen angezeigten Inhalte personalisieren und selbst bestimmen, welche Art von Content ihnen nicht mehr angezeigt werden soll. Neue, KI-gestützte Keyword-Filter machen es nun möglich, beim Ausschluss von Begriffen auch Synonyme und andere verwandte Wörter einzubeziehen. Diese können von den Usern eingesehen und künftig auch selbst ausgewählt werden. Außerdem lassen sich nicht mehr bis zu 100, sondern nun sogar bis zu 200 Filter festlegen.

#SkinnyTok gesperrt: Und jetzt?

Gründe, bestimmte Inhalte nicht im Feed sehen zu wollen, gibt es viele: Vielleicht möchtest du keine politischen oder gewaltvollen Videos auf deiner For You Page angezeigt bekommen, vielleicht hast du aber auch eine ganz persönliche Abneigung gegen ein konkretes Thema. Manchmal erlangen problematische Inhalte eine derart große Popularität, dass sie kaum mehr zu umgehen sind. Zuletzt geriet TikTok wegen der Verbreitung des Hashtags #SkinnyTok in die Kritik. Unter diesem fanden sich zahlreiche Inhalte, die aus der Sicht vieler User ungesunde Essgewohnheiten an der Grenze zur Essstörung vermittelten. Nun wurde der Hashtag gesperrt; unter #SkinnyTok finden sich keinerlei Suchergebnisse mehr.

Verschiedene Aufsichtsbehörden in der EU hatten sich für eine Sperre des Hashtags eingesetzt. Allerdings dürften User und Creator andere Wege finden, #SkinnyTok-ähnliche Inhalte auf der Plattform zu finden und zu verbreiten, wie Brooke Erin Duffy, Professorin an der Cornell University, gegenüber der New York Times anmerkt. Nichtsdestotrotz ist TikToks Entscheidung, den vielfach kritisierten Hashtag zu sperren, ein Schritt in die richtige Richtung – so liegt die Verantwortung nicht mehr ausschließlich bei den Usern, jene Inhalte (etwa mit Hilfe von Keyword-Filtern) zu blockieren.

TikTok for Artists: Insights für Künstler:innen

Auch für Künstler:innen, die auf TikTok ihre Musik teilen, gibt es Neuigkeiten: Die neue Plattform TikTok for Artists bietet ihnen umfassende Einblicke in die Performance ihrer Inhalte. Zu den verfügbaren Features gehören:

  • Lied-Performance: Anzahl der Views, Posts und Creator Engagements pro Track,
  • Post Performance: Anzahl der Views, Likes, Kommentare und Shares,
  • Follower-Insights inklusive Geschlecht, Alter und Sprache,
  • Schritt-für-Schritt-Guide für TikToks Tools und Features sowie
  • Support und weiterführende Ressourcen.

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„Video first“ im B2B Marketing: LinkedIn rollt neue Ad-Formate aus

„Video first“ im B2B Marketing: LinkedIn rollt neue Ad-Formate aus

Das Veröffentlichen eines eigenen Videos fühlt sich laut LinkedIn-Experte Niklas Fazler zunächst an wie Karaoke vor dem gesamten Büro: ungewohnt, unangenehm, ein Stück weit entblößend.

Sein Bild bringt die Unsicherheit vieler B2B Marketer auf den Punkt. Sich selbst vor der Kamera zu zeigen, ein Skript zu sprechen oder mit Storytelling-Elementen zu arbeiten, kostet Überwindung – besonders für jene, die nicht mit Formaten wie Reels, TikToks oder Shorts aufgewachsen sind. Doch es lohnt sich trotzdem, sich dem Thema Video spätestens jetzt zu nähern. Denn wie beim ersten Auftritt vor Publikum gilt auch hier: Mit jeder Wiederholung schwindet die Hemmung – und die Wirkung steigt. Genau deshalb investiert LinkedIn derzeit gezielt in neue Videoformate. Wer heute im B2B Marketing sichtbar bleiben will, kommt an Bewegtbild nicht vorbei.

Was B2B Marketer aktuell am meisten herausfordert? Aufmerksamkeit.

Laut einer aktuellen LinkedIn-Umfrage 2025 B2B Marketer Sentiment Research, die OnlineMarketing.de vorliegt, nennen 83 Prozent der befragten B2B Marketer in Deutschland die Gewinnung von Aufmerksamkeit als größte Herausforderung in der Kampagnenplanung. Gleichzeitig sehen 95 Prozent Video als das wirksamste Mittel, um direkte Verkäufe im B2B-Kontext zu erzielen. Influencer Marketing folgt mit 88 Prozent nur knapp dahinter.

Die Studie, für die im April und Mai 2025 über 3.000 Marketing-Verantwortliche weltweit von Censuswide befragt wurden, liefert noch weitere bemerkenswerte Zahlen: 72 Prozent der deutschen Befragten erwarten, dass Influencer-Kampagnen bereits in diesem Jahr zu direkten Abschlüssen führen werden. Und 63 Prozent halten ihre Marketing-Strategie ohne Creator-Kooperationen für unvollständig.

Auffällig ist auch der Stellenwert von Kreativität: Drei von vier Marketer wollen künftig verstärkt in kreative Strategien investieren, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Doch der Wille zum Wandel endet nicht selten auf Führungsebene: 59 Prozent der befragten CMOs und Marketing-Verantwortlichen halten ihre Geschäftsführung für risikoscheu.

Fazler verweist in seinem Videobeitrag auf ergänzende Plattformdaten: In einer internen Analyse habe man 72.000 statische Anzeigen ausgewertet – die Mehrheit davon habe kaum Aufmerksamkeit generiert. Für ihn ist das ein klares Zeichen: Viele Unternehmen produzieren hochwertigen Video-Content, nutzen ihn aber nicht auf LinkedIn – obwohl gerade dort die Wirkung besonders hoch sei. Sein Appell an zögerliche Marketer lautet daher:

The best tip is: Just try it out.

Neue Videoformate für das B2B Marketing

Um Marken sichtbarer zu machen, stellt LinkedIn drei neue Werbeformate vor:

  • First Impression Ads: Ein vertikales Fullscreen-Videoformat, das exklusiv am ersten Kampagnentag ausgespielt wird. Laut Umfrage sagen 67 Prozent der Marketer, dass dieser erste Tag entscheidend für den Erfolg der Kampagne ist.
  • Reserved Ads: Sponsored Content, das als erste Anzeige im Feed erscheint und somit für planbare Sichtbarkeit sorgt.
  • Erweiterte CTV Ads: Connected TV-Anzeigen sind nun global verfügbar, um Zielgruppen in den USA und Kanada zu erreichen. Neue Integrationen mit Anbieter:innen wie Innovid und Sprinklr sowie die Einbindung des Paramount-Portfolios als Premium-Streaming-Partner:in sollen Reichweite und Nutzungsfreundlichkeit erhöhen.

Mehr Hintergründe zu LinkedIns Videooffensive findest du in unserem Beitrag zur Entwicklung von Video-Ads auf LinkedIn, der auch erklärt, warum das Format im B2B zunehmend eine tragende Rolle spielt.


LinkedIn professionalisiert B2B-Videowerbung:
Bessere Formate für Sichtbarkeit, Vertrauen und Reichweite

Zwei Smartphone-Ansichten zeigen den aktualisierten LinkedIn-Video-Tab mit kurzen Videos, die thematisch in Karussells wie „How to negotiate your salary“ oder „Deepfakes pose as job applicants“ gruppiert sind.
© Lindsey Gamble

B2B-Zielgruppen sind jünger, digitaler – und schwerer zu erreichen

Die Umfrage zeigt auch, wie stark sich die Entscheidungsprozesse im B2B verändern. 71 Prozent der befragten Entscheider:innen gehören zur Generation Z oder den Millennials. Diese Gruppen verlassen sich auf zehn oder mehr externe Quellen – darunter insbesondere Social Media – bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Henrik Ihlo, Director LinkedIn Marketing Solutions DACH, betont:

Die neue Generation von B2B-Kaufentscheider:innen orientiert sich an dem, was sie auf unserer Plattform sehen, wem sie folgen und worauf sie vertrauen – Video-Content und Creator:innen bestimmen hier die Short-List. Wer sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit von der Konkurrenz abheben möchte, muss ein Video-First Mindset etablieren und auf Influencer-Marketing setzen.

Laut LinkedIn lassen sich diese Gruppen zunehmend durch externe Quellen, darunter Social Media, überzeugen. Wer nicht auf Creator setzt, verliert an Relevanz. Welche Metriken dabei zählen, zeigt unser Artikel über neue LinkedIn Analytics Updates, die mehr Transparenz über Reichweite, Zielgruppenbindung und Performance bieten.


3 neue LinkedIn Analytics zeigen endlich, was deine Posts wirklich bringen

LinkedIn App auf Smartphone, verschwommener Hintergrund
© Bastian Riccardi – Unsplash

B2B im Bewegtbild-Boom: 154 Milliarden Videoaufrufe sprechen für LinkedIns neue Strategie

Die Zahl ist eindrucksvoll: 154 Milliarden Videoaufrufe verzeichnet LinkedIn pro Jahr auf seiner Plattform. Für Niklas Fazler ist das mehr als nur ein Wachstumssignal – es ist ein klarer Hinweis darauf, wohin sich Kommunikation im B2B bewegt. In seinem Beitrag betont er, dass Video nicht nur Aufmerksamkeit generiert, sondern auch nachweislich Performance liefert: Die durchschnittliche Verweildauer bei Video-Content liegt laut LinkedIn um elf Prozent höher als bei anderen Formaten. Auch Conversion Rates steigen messbar.

Das spiegelt sich auch in den Studienergebnissen wider: 74 Prozent der befragten B2B Marketer in Deutschland geben an, dass Short-Form-Videos das Vertrauen in Marken stärken können – ein zentrales Kriterium im oft langwierigen B2B-Entscheidungsprozess. Fast ebenso viele (73 Prozent) nutzen Videoformate gezielt, um Entscheidungstragende zu erreichen.

Für LinkedIn ist das Anlass genug, die Plattform stärker auf Bewegtbild auszurichten – mit neuen Formaten, erweiterten Werbemöglichkeiten und dem klaren Appell an Unternehmen, ihre Content-Strategie anzupassen.

Video first oder Sichtbarkeit last

Die Umfrage macht deutlich: Wer Aufmerksamkeit gewinnen will, muss investieren – in kreative Strategien, in Bewegtbild und in authentische Kooperationen. LinkedIn liefert dafür die passenden Tools. Jetzt liegt es an B2B-Vermarkter:innen, die Chancen zu nutzen. Oder wie Fazler sagt:

Den Mut etwas Neues zu probieren und den Punkt nicht zu verpassen, bei dem aus Denken Machen wird.

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XChat kommt für alle – wie sicher ist das Feature?

Es ist ein typischer Elon-Musk-Moment: Während X kürzlich mit technischen Ausfällen kämpfte, kündigte der Plattformeigner jüngst das nächste große Feature an – XChat. Der neue Messenger soll „alles“ können: verschwindende Nachrichten, File Sharing, Audio- und Video-Calls, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Noch ist das Feature nicht für alle verfügbar, denn aktuell läuft die Betaphase mit einer kleinen Nutzer:innengruppe.

Dem Account P4mui zufolge soll XChat jedoch schon in den nächsten Tagen für die gesamte Plattform freigeschaltet werden – vorausgesetzt, es kommt nicht zu Skalierungsproblemen, so Musk in einem Kommentar.

Warum „Bitcoin-style encryption“ in die Irre führt

Elon Musk hat in seiner Ankündigung gesagt, XChat verwende „Bitcoin-style encryption“. Für viele klingt das nach besonders sicherer Verschlüsselung – eben nach „High-End Security“. Das Problem: Diese Formulierung ist technisch nicht korrekt. Bitcoin verwendet nämlich gar keine Verschlüsselung, wie man sie von sicheren Messengern kennt. Stattdessen nutzt es ein kryptografisches Verfahren namens ECDSA (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm). Damit wird sichergestellt, dass nur die:der rechtmäßige:r Besitzer:in einer Wallet Transaktionen signieren kann. Die Inhalte selbst bleiben jedoch öffentlich einsehbar.

Screenshot eines X Posts von Samson Mow, in dem er Elon Musks Behauptung über „Bitcoin-style encryption“ in XChat korrigiert und erklärt, dass Bitcoin keine Verschlüsselung nutzt.
XChat-Sicherheitsdebatte: Bitcoin-Vergleich sorgt für Kritik, © Samson Mow via X

Darauf weist Samson Mow hin, CEO des Kryptoinfrastrukturunternehmens JAN3 und ausgewiesener Bitcoin-Experte. In einem Beitrag auf X widerspricht er Elon Musks Formulierung und betont: Bitcoin sei nicht verschlüsselt. Wenn Musk also von „Bitcoin-style encryption“ spricht, weckt das leicht den Eindruck, XChat arbeite mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – wie etwa Signal oder iMessage. Ob das tatsächlich der Fall ist, bleibt unklar. Die Formulierung sorgt deshalb für Kritik – und sogar Grok, die hauseigene KI von X, analysierte nüchtern: „Bitcoin isn’t encrypted.“, wie Mows Analyse zeigt.

Laut einem TechCrunch-Artikel scheint unklar, ob Musk die Begriffe „Encryption“ und „Cryptography“ verwechselt hat oder sich lediglich in Marketing-Sprache verliert.


Grok kann sehen:
Elons Musks KI bietet visuelle Echtzeitanalyse

Grok Image
Grok, © xAI via Canva

Sicherheitsversprechen treffen auf Systemausfälle

Musk positioniert XChat als Alternative zu verschlüsselten Messengern wie Signal, iMessage oder auch WhatsApp. Die Versprechen sind groß: Audio- und Videoanrufe ohne Telefonnummer, verschwindende Nachrichten und Datensicherheit auf hohem Niveau.

Dass X laut eigenen Angaben sogar die Entwicklung klassischer verschlüsselter DMs pausiert hat, um XChat voranzutreiben, unterstreicht diesen Anspruch.

Neben der Debatte um Kryptographie hat XChat mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: Stabilität. Laut TechCrunch hatten User in der Woche vor dem Launch mehrfach mit Ausfällen zu kämpfen – auch beim Zugriff auf XChat. Für eine Plattform, die sich als sichere und funktionsreiche Messenger-Alternative etablieren möchte, kein gutes Zeichen.

Während die technischen Schwierigkeiten weiter Thema sind, zeigt sich erneut, wie stark Elon Musk die Wahrnehmung seiner Plattformen über Sprache und öffentliche Inszenierung steuert. Wer Begriffe wie „Bitcoin-style“ nutzt, bewegt sich sprachlich in einer Grauzone – irgendwo zwischen technischer Referenz und PR-Metapher.

Was Marketer daraus mitnehmen können

Die Diskussion zeigt, wie sensibel technische Begriffe in der öffentlichen Kommunikation sind – besonders, wenn es um Datenschutz und Sicherheit geht. Gerade im Kontext von Plattformstrategien, Reichweitenoptimierung und Vertrauen ist klare Sprache entscheidend. Wer zu viel verspricht, riskiert Vertrauen zu verlieren.

Auch die User von X stehen vor einem Dilemma: Vertrauen sie den Sicherheitsversprechen oder achten sie genauer auf die Architektur im Hintergrund? Wer mehr über Reichweitenlogik, Shadowbanning und Content-Sichtbarkeit auf X erfahren möchte, findet in unserem Beitrag weiterführende Einblicke in das Plattformökosystem.


Misstrauen auf X:
Warum viele an Shadowbans glauben
– und was Musk damit zu tun hat

Elon Musk vor X-Logo
© Duncan.Hull (eigenes Werk) – Wikipedia.de, CC BY-SA 3.0, (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)

Warum XChat noch nicht überzeugt

XChat möchte sich als zukunftsfähige Messenger-Lösung mit Fokus auf Sicherheit, moderner Funktionalität und technischer Unabhängigkeit positionieren. Der Anspruch: eine echte Alternative zu etablierten Kommunikationsdiensten wie Signal oder iMessage. Bei genauerer Betrachtung bleiben jedoch zentrale Aspekte unklar – insbesondere im Hinblick auf die technische Umsetzung der Sicherheitsfunktionen. Die von Elon Musk genutzte Bezeichnung „Bitcoin-style encryption“ erweist sich als inhaltlich unpräzise und führt zu Verwirrung, selbst unter Fachleuten.

Darüber hinaus wurde der geplante Roll-out von XChat von wiederholten technischen Ausfällen begleitet. Für ein Feature, das sich als vertrauenswürdige Kommunikationslösung etablieren möchte, stellt dies einen Glaubwürdigkeitsverlust dar. Auch die Frage, inwieweit X tatsächlich auf bewährte Standards der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt, bleibt unbeantwortet.

Solange keine transparente Dokumentation zur eingesetzten Sicherheitsarchitektur vorliegt, bleibt XChat ein Produkt mit hohem kommunikativen Anspruch – aber begrenzter nachweisbarer Substanz.

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