EU-Parlament stimmt für die Einführung des Digital Services Act

EU-Parlament stimmt für die Einführung des Digital Services Act

Das EU-Parlament hat kürzlich über den Digital Service Acts (DSA) entschieden. Dieses neue Digitalgesetz, von einigen auch als „Plattform-Grundgesetz“ bezeichnet, soll die Marktmacht der Tech-Giganten wie Meta, Google, Amazon, Twitter und Co. einschränken. Wie die Zeit berichtet, verabschiedeten die Abgeordneten in Straßburg das Vorhaben mit deutlicher Mehrheit.

Regelungen für den Umgang mit illegalen oder schädlichen Inhalten

Das Gesetz sieht unter anderem neue Vorschriften gegen illegale Produkte, Dienstleistungen und Inhalte im Internet vor. Zum einen sollen diese einfacher zu melden und dementsprechend zu entfernen sein. Gleichzeitig will man aber die Meinungsfreiheit bewahren und eine Anfechtungsmöglichkeit bei irrtümlich entfernten Inhalten gewährleisten. Das soll im ersten Schritt dadurch ermöglicht werden, dass Plattformen klarere Regeln unter anderem gegen Hate Speech und Fake News festlegen.

Dazu werden die großen Plattformen wie Facebook und Co. dazu verpflichtet, die Funktionsweise ihrer Algorithmen offenzulegen. Dazu gehört auch, dass Nutzer:innen in Zukunft mehr Einfluss darauf nehmen sollen können, welche Werbeanzeigen bei ihnen dargestellt werden. Je größer die Plattform, so scheint es derzeit, desto strenger die Regeln. Diese sollen nämlich, eben in abgeschwächter Form, auch für kleinere Online-Unternehmen gelten.

Digitalpaket für die EU: Der Digital Markets Acts und der Digital Services Act

Schon seit längerem beratschlagen die EU-Staaten, inwieweit die Marktmacht der großen Tech-Unternehmen reguliert werden kann und muss. Ende vergangenen Jahres wurde zu diesem Zweck bereits der Digital Markets Act (DMA) verabschiedet. Dieser soll wettbewerbsschädliches Verhalten der großen Online-Unternehmen unterbinden.

Ganz durch ist der Digital Services Act noch nicht. Erst stehen Gespräche zwischen dem Parlament, Rat und der Kommission an. Man hofft auf ein Inkrafttreten des Digital Service Acts im Jahr 2023. Ab dann drohen den Unternehmen, die sich nicht an die neuen Regelungen halten, hohe Geldstrafen. Auf der offiziellen Website der EU erfährst du mehr zu dem Gesetz und kannst den Entwurf herunterladen.

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Trotz Riesenerfolg der App: Umsatzwachstum bei TikTok-Mutter schrumpft

Trotz Riesenerfolg der App: Umsatzwachstum bei TikTok-Mutter schrumpft

Die Social-Media-Plattform TikTok konnte seit Beginn der Pandemie 2020 ein beeindruckendes Wachstum vorweisen. Nicht zuletzt deshalb erwirtschaftete das Unternehmen hinter der App, ByteDance, laut Reuters in jenem Jahr einen Umsatz von 34,3 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr konnte das prozentuale Umsatzwachstum allerdings nicht erneut getoppt werden.

70 Prozent Umsatzwachstum bedeuten Rückgang für ByteDance

Die Mutterfirma mit Sitz in Peking gab nun bekannt, das der Unternehmensumsatz im vergangenen Jahr „nur“ um 70 Prozent gewachsen sei, was einem Plus von 58 Milliarden US-Dollar entspricht. 2020 lag das Wachstum noch bei 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insidern zufolge hängt dies mit dem wachsenden Einfluss Chinas auf Tech-Firmen zusammen. Tencent und Alibaba beispielsweise berichteten von sinkendem Wachstum. Grund dafür sei, dass Gesetzgebungen im Land zunehmend Einfluss darauf nehmen, wie Firmen-Deals und Interaktionen mit Usern abzulaufen haben.

Auch in Betracht des leicht rückgängigem Umsatzplus ist ByteDance aktuell das zweitgrößte Unternehmen im chinesischen Online-Werbebereich. Und auch weltweilt spielt TikToks Mutterunternehmen inzwischen in einer Liga mit den großen Tech-Unternehmen: Reuters berichtet von einem Marktwert von über 300 Milliarden US-Dollar.

Trotz des finanziellen Dämpfers für ByteDance dürfte TikTok keinen Grund zu Unzufriedenheit haben. Schließlich favorisiert mittlerweile ein Großteil der Gen Z die Social App und lässt dafür Facebook und Instagram links liegen. So verbringen junge User einen Großteil ihrer Screen Time auf der App mit Suchtpotential, die mittlerweile eine Milliarde aktive User verzeichnen kann.

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12 Features, mit denen Instagram TikTok in 2021 kopiert hat

12 Features, mit denen Instagram TikTok in 2021 kopiert hat

Mit 2021 ging ein Jahr zu Ende, das für viele weiterhin Stillstand bedeutete. Gerade im Arbeitsumfeld ging es für viele Arbeitnehmer:innen aufgrund der Coronapandemie nicht wirklich voran. Ganz anders sah es bei den Gewinner:innen der Pandemie aus – allen voran die großen Tech-Unternehmen. Auch Social-Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok profitierten stark und gewannen viele User für sich. TikTok stach vor allem mit seinem gigantischen User-Wachstum hervor. Eine Tatsache, die Instagram vermutlich missgünstig betrachtete, gleichzeitig aber seine eigenen Learnings daraus zog. Im Folgenden haben wir die zwölf Arten zusammengefasst, auf die Instagram in 2021 TikTok direkt nachahmte.

1. Reels

Reels gibt es zugegebenermaßen schon etwas länger als seit 2021, doch im vergangenen Jahr war deutlich zu erkennen, wie sehr Instagram diese vorantreibt und den Schwerpunkt der App zunehmend auf Video verlagert. Für Marketer stellte sich schnell die Frage: Welche Plattform lohnt sich mehr für uns? Auch wir beschäftigten uns mit den Unterschieden und wägten Vor- und Nachteile gegeneinander ab.

2. Vertical Feed

Mit den Reels kam der Vertical Feed für Video-Inhalte. Zwar waren die Posts im Home Feed auch durch vertikales Swipen zu erreichen, doch durch Videos im Bereich IGTV (dem Hauptbereich für Videos zuvor) klickten sich User sozusagen von links nach rechts. Mittlerweile experimentiert Instagram sogar damit, den Stories Feed vertikal zu gestalten.

3. Restricted Reach für repostete TikToks

TikTok ging also durch die Decke und die für die App erstellten Videos wurden von findigen Usern gleich zweifach verwertet. Zu dem Zeitpunkt bot TikTok deutlich mehr Möglichkeiten zur Videobearbeitung. Deswegen erstellten User ihre Videos auf TikTok, posteten sie dort und anschließend auch auf Instagram. Davon versprachen sich viele doppelte Reichweite. Doch Instagram strafte diese von TikTok hochgeladenen Videos mit einer geringeren Reichweite ab. Die Social App war sich der wachsenden Konkurrenz schon damals nur allzu bewusst. Man beachte das „Do“: share original & authentic content, created with the Reels camera.

4. Remix-Option

Remix in Reels funktioniert – oh Wunder – ganz ähnlich wie das Stitch Feature auf TikTok. Bei diesen nehmen User ihre Reaktion auf ein bereits gepostetes Video auf und posten ihres Side-by-Side mit dem anderen neu.

5. Superbeat

Superbeat ist ein Reels-Effekt, den die App Ende Oktober einführte. Um ihn zu nutzen, suchen User in der Effektauswahl nach „Superbeat“ und suchen sich ein Lied aus. Ihr jeweiliger Videoabschnitt wird mithilfe verschiedener Effekte zu dem Lied synchronisiert.

Screenshot Instagram

6. Add Yours Sticker

Zugegeben, der Add Yours Sticker ist nicht eins zu eins von TikTok kopiert. Doch die Idee dahinter sollte sicher Ähnliches wie TikToks Duet Feature bezwecken.

7. Text-to-Speech effects

Text-to-Speech-Effekte sind die Rettung für alle Creator, die nicht gerne vor oder hinter der Kamera reden. Creator fügen einen Text in ihre Story ein, der anschließend von einer generierten Stimme vorgelesen wird. Das Feature war bei TikTok extrem beliebt und wurde schnell von Instagram kopiert.

8. Längere Stories

Auch mit der Einführung von längeren Stories setzte Instagram auf Video-Content und damit auf TikToks Erfolgsrezept. Ausgewählte User können bereits 60-sekündige Clips ununterbrochen hochladen.

9. Auto-Sync für Musik

Auto-Sync für Musik bedeutet, dass User mehrere Fotos und Videos auswählen können und diese automatisch an das ausgewählte Lied angepasst werden. Zuvor brauchten Instagram User noch ausführliche Anleitungen wie die folgende, um die beliebten Videos zu kreieren.

10. Reels Replies in Kommentaren

Eine weitere, sehr beliebte Funktion auf TikTok sind Videos, die als Antworten auf Kommentare in früheren Videos erstellt werden. Statt in dem Kommentarbereich zu antworten, klicken die User einfach auf Reply with Video und nehmen ihre Antwort auf. Die gestellte Frage wird währenddessen im Video eingeblendet. Die populäre Funktion konnte Instagram nicht TikTok überlassen und brachte kurzerhand eine eigene Version heraus.

11. Audio Tab für Reels Clips

TikToks funktionieren fast ausschließlich mit Audio. Trendende Songs und Sounds findest du auf deiner For You Page oder im Creative Center. Auf Instagram war es eine Zeit lang gar nicht so einfach, einen bestimmten Song zu finden. Bis die Social App den Audio Tab in Search Result hinzufügte. Man wollte TikTok schließlich in nichts nachstehen.

12. Live Stream Shopping

In Kooperation mit Shopify startete TikTok sein In-App Shopping-Erlebnis. Auch Reels sind natürlich shoppable. Mit dem Angebot der eigenen Shopping Features, die für Brands und Creator interessant sind, scheinen sich die beiden Unternehmen gegenseitig überbieten zu wollen.

Natürlich ergibt es auf gewisse Weise Sinn, wenn Instagram beliebte Features bei TikTok kopiert. Schließlich sollen die User zufriedengestellt werden und das sind sie nicht, wenn sie ihr Video nicht in der Art bearbeiten können, wie sie es von TikTok gewohnt sind. Doch jedes halbwegs beliebte Feature zu kopieren, resultiert darin, dass wir Instagram bald nur noch am Logo in der Ecke erkennen können.

Welche der Apps liegt für dich im Rennen vorne? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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Instagram begräbt Hate Speech einfach weiter unten im Feed

Instagram begräbt Hate Speech einfach weiter unten im Feed

Hate Speech ist ein Thema, das alle Social-Media-Plattformen stark beschäftigt. Leider hat noch keines der sozialen Netzwerke die ideale Lösung gefunden. Auf unserer Seite finden sich zahllose Artikel zu neuen Maßnahmen, Transparenz-Reports und verschärften Richtlinien bei Facebook, YouTube, TikTok und Co. Doch das Problem besteht weiter und alle Plattformen haben trotz ihrer Maßnahmen eindeutig Schwierigkeiten damit, wirklich gegen Hate Speech und Mobbing auf ihrer Seite vorzugehen. Instagram wählt jetzt einen neuen Ansatz.

Keep on scrolling: Instagram versteckt schädliche Posts „unten“ im Feed

At Instagram, we’re always trying to show you content from the accounts you engage with and have the most value to you, while minimizing the likelihood that you come across content that could be upsetting or make you feel unsafe,

erklärt das Unternehmen in einem Blogpost. Ab sofort sollen erneut verstärkte Maßnahmen ergriffen werden. Instagram, so wird im Blogpost bekanntgegeben, zeigt Posts, die Mobbing oder Hate Speech enthalten oder Gewalt anregen könnten, einfach weiter unten im Feed an. Auch Stories, die potentiell diese Inhalte enthalten, werden weiter hinten angezeigt. Dafür soll der Algorithmus sorgen, der für jeden User bestimmt, was diesen wohl am meisten interessiert und die Posts danach rankt. Der Algorithmus wird ab sofort zum Beispiel Posts mit einer Caption, die ähnlich ist wie Captions, die zuvor gegen die Richtlinien der App verstoßen haben, schlechter ranken. Das heißt, User müssen weiter scrollen, um zu den potentiell schädlichen Inhalten zu kommen. Im Blogpost heißt es dazu:

If our systems detect that a post may contain bullying, hate speech or may incite violence, we’ll show it lower on Feeds and Stories of that person’s followers. To understand if something may break our rules, we’ll look at things like if a caption is similar to a caption that previously broke our rules,

Des eigenen Glückes Schmied: Wer viel meldet, gibt dem Algorithmus mehr Signale

Ein Zeichen, das Instagram dabei auch berücksichtigt, ist, ob User bereits Content gemeldet haben und welcher Art dieser war. Zu den Signalen, die Instagram auswertet, um zu bestimmen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person mit einem Post interagiert, wird eines hinzugefügt. Die App ergänzt nun auch die Wahrscheinlichkeit, mit der User einen Post melden. So erklärt Instagram:

If our systems predict you’re likely to report a post based on your history of reporting content, we will show the post lower in your Feed.

© Instagram

Das heißt, wer viele Posts, die im eigenen Feed angezeigt werden, meldet, wird ähnliche in Zukunft erst nach einiger Scroll-Arbeit zu sehen bekommen. Natürlich hält Instagram damit die Feeds der User freier von potentiell schädlichen Posts. Doch das Problem an der Wurzel zu packen, müsste anders aussehen. Schließlich geht das Update weder gegen die Accounts vor, die diese Inhalte posten, noch unternimmt es etwas, um diese zu bewerten und zu löschen. Stattdessen begräbt der Algorithmus sie unter zahllosen Posts von Influencern und Bekannten. Ob das Unternehmen weitere Maßnahmen ergreift, sobald alle User auf den chronologischen Feed zugreifen können, bleibt abzuwarten. Schließlich würde dann nicht mehr der Algorithmus, sondern der Posting-Zeitpunkt die Reihenfolge im Feed bestimmen.

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Datenschutzverstoß durch Google Analytics: 9 von 10 Unternehmen in Europa betroffen

Datenschutzverstoß durch Google Analytics: 9 von 10 Unternehmen in Europa betroffen

Es war ein Weckruf für die gesamte Digitalszene: Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) hat bei der Einbindung von Google Analytics auf Websites einen Verstoß gegen die DSGVO erkannt – und damit Unsicherheit bei Anwender:innen ausgelöst und zahlreiche Fragen aufgeworfen. Dürfen Unternehmen Google Analytics nun immer noch ohne Weiteres auf ihren Websites einbinden? Und wie kann die Problematik mit dem als illegitim bezeichneten Datentransfer von personenbezogenen Daten zwischen dem Europäischen Wirtschaftsraum und den USA behoben werden?

Während künftig weitere Entscheidungen erwartet werden, die Google Analytics als nicht DSGVO-konform einstufen könnten, fordert der Datenschutzaktivist Max Schrems, nach dem das für diese Entscheidung wegweisende Schrems II-Urteil benannt ist:

Langfristig brauchen wir entweder einen angemessenen Datenschutz in den USA, oder wir werden am Ende getrennte Produkte für die USA und die EU haben. Ich persönlich würde einen besseren Schutz in den USA bevorzugen, aber das ist Sache des US-Gesetzgebers.

Der Umgang mit personenbezogenen Daten: Google pocht auf neues Framework

Nach dem Entscheid der DSB fragen sich viele Marktteilnehmer:innen, inwieweit sie aktuell auf Google Analytics setzen können und welche Parteien letztlich für welche Aspekte der Datenverarbeitung verantwortlich sind. Gegenüber OnlineMarketing.de erklärt Google:

Die Menschen wollen, dass die Websites, die sie besuchen, gut gestaltet und einfach zu nutzen sind und ihre Privatsphäre respektieren. Google Analytics hilft Einzelhändlern, Behörden, NGOs und vielen weiteren Organisationen, zu verstehen, wie gut ihre Webseiten und Apps für Besucher:innen funktionieren – aber nicht, indem sie Einzelpersonen identifizieren oder sie im Internet verfolgen. Diese Unternehmen und Organisationen, nicht Google, kontrollieren, welche Daten erhoben und wie sie verwendet werden. Google unterstützt sie dabei, indem Google zahlreiche Schutz- und Kontrollmechanismen sowie Ressourcen für die Einhaltung von rechtlichen Vorgaben zur Verfügung stellt.

In einem Blogpost dokumentiert Googles Director für Product Management, Russell Ketchum, auf welche Weise Google Analytics als datenschutzkonforme Lösung fungieren kann. Er nennt diverse Fakten, darunter diesen: „Fakt: Google Analytics unterstützt Unternehmen und Organisationen mit zahlreichen Kontrollmechanismen und Ressourcen bei der Einhaltung von rechtlichen Vorgaben.“ In einem weiteren Post betont wiederum Kent Walker, seines Zeichens President für Global Affairs sowie Chief Legal Officer bei Google und Alphabet, dass nach dem Kippen des Privacy Shields dringend ein neues Framework für den Datentransfer zwischen der EU und den USA her muss. Kent Walker erklärt:

Businesses in both Europe and the U.S. are looking to the European Commission and the U.S. Department of Commerce to quickly finalize a successor agreement to the Privacy Shield that will resolve these issues. Both companies and civil society have been supporting reforms based on an evidence-based approach. The stakes are too high – and international trade between Europe and the U.S. too important to the livelihoods of millions of people – to fail at finding a prompt solution to this imminent problem.

Google scheint die Verantwortung für den Einsatz eines ihrer wichtigsten Dienste jedoch zu einem Gutteil auf die Politik und Dritte schieben zu wollen. Ist das legitim, oder muss das Unternehmen tatsächlich Einschränkungen der Nutzbarkeit von Google Analytics in der EU fürchten? Wir haben mit dem CEO des privatsphärezentrierten Datenschutz- und Analytics-Unternehmens Piwik PRO, Maciej Zawadzinski, gesprochen, um mehr über den Status quo zu Google Analytics zu erfahren. Im Interview erläutert er, warum Anwender:innen jetzt handeln sollten und wieso auch Dienste von Meta, Microsoft und Co. zukünftig datenschutzrechtliche Probleme bekommen könnten.

Das Interview

OnlineMarketing.de: Wie groß schätzt du den Einfluss ein, den eine flächendeckend erschwerte Nutzung von Google Analytics aufgrund von Datenschutzverstößen haben könnte? 

Maciej Zawadzinski: Nach Angaben von W3Techs beträgt der Marktanteil von Google im Bereich Analytik 86,5 Prozent oder anders ausgedrückt: Neun von zehn Unternehmen in Europa werden betroffen sein.  

Das bedeutet, dass diese Unternehmen neue Analyse-Tools finden müssen, um die Daten wie gewohnt weiter zu verarbeiten. Ein Tool, das nicht unter das Cloud-Gesetz fällt und nicht verpflichtet ist, die Daten an die US-Behörden weiterzugeben. Eine andere Lösung besteht darin, die Art und Weise der Datenerhebung zu ändern, indem zusätzliche ausdrückliche Einwilligungen der Nutzer:innen für Datenexporte eingeführt werden.   

Die zweite Option wird wahrscheinlich der Fall sein, wenn eine engere Beziehung zum Endkunden besteht. Deshalb glauben wir, dass die in den USA ansässigen CRM-Anbieter:innen von diesem Urteil weniger betroffen sein werden. Es läuft darauf hinaus, dass das Grundvertrauen zwischen der Marke und dem User bereits aufgebaut ist, wenn diese in ihrer Customer Journey schon vorangeschritten sind.

Maciej Zawadzinski

Google möchte die Verantwortung für die Datenverarbeitung gern den jeweiligen Anwender:innen zuschreiben. Ist das aus deiner Sicht ein legitimer Schluss oder hat das Unternehmen mit dem Bereitstellen der Infrastruktur auch für die Einhaltung sämtlicher Datenschutzregeln zu sorgen? 

Google überträgt die Verantwortung an das Unternehmen. Es ist das Unternehmen, das entscheidet, wie es die Daten verarbeitet (ohne große Hilfe von Google). Die vernünftigste Entscheidung hier ist, dass das Unternehmen die Nutzer:innen über den Umfang der Verarbeitung und der Datenübermittlung informiert und ihnen die Wahl lässt.   

Wichtig dabei ist, dass das Unternehmen vor der Entscheidung kein Recht hat, Google Analytics zu aktivieren, so dass keine Daten nachverfolgt werden. Die Einführung einer Einwilligung vor dem Start von GA wird wahrscheinlich zu einem erheblichen Datenverlust führen (unsere interne Studie zeigt bis zu 80 Prozent). Google und die Vermarkter:innen fürchten sich davor, den Internetnutze:innen das Recht zu geben, sich zu entscheiden. 

Müssen Unternehmen und Anwender:innen, die auf Google Analytics setzen, deiner Meinung nach schon jetzt ihre Datenverarbeitung rechtlich prüfen?

Ja, auf jeden Fall! Unseres Wissens nach bietet Google seinen Kund:innen jedoch keine benutzer:innendefinierten Bedingungen an und du kannst auch keinen Einfluss auf die Funktionsweise von Google Analytics nehmen. Persönlich oder nicht, der Dienst sendet die Daten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Das bedeutet, dass sich deine Bewertung nicht wesentlich von der jedes anderen Unternehmens unterscheidet, das Google Analytics verwendet.

Was sollte für Website-Betreiber:innen nach der Entscheidung der erste Schritt sein, um sich rechtlich bei der Datenverarbeitung im Kontext von Systemen wie Google Analytics abzusichern?

Beginne mit der Zustimmung. Führe ein Pop-up-Fenster oder eine Leiste ein, die um Zustimmung bittet, bevor du eine Lösung einsetzt, die die Daten in Länder außerhalb des EWR sendet. Bewerte dann die Situation und die Opt-in-Raten. Entscheide, ob du Alternativen zu deinen derzeitigen Lösungen in Europa finden musst. 

Mit welchen Konsequenzen müssen Anwender:innen rechnen, die Google Analytics auch dann einbinden und einsetzen, wenn die DSGVO-Verstöße beispielsweise gerichtlich bestätigt werden? 

Die Geldbußen nach der DSGVO betragen bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes im vorangegangenen Geschäftsjahr – je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Müssten sowohl Google als auch Anwender:innen im Falle illegitimer Datentransfers personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA haften? 

Ja. Natürlich kann Google auf größere Ressourcen zurückgreifen, um sich zu verteidigen. Solange Google Analytics Online-Kennungen verarbeitet, die per Definition personenbezogene Daten sind (zum Beispiel IP-Adressen, Cookie-Kennungen), fallen sie unter die DSGVO. 

Hältst du es für vorstellbar, dass Google Analytics nachträglich als DSGVO-konform eingestuft wird, wenn Google ein „angemessenes Schutzniveau gemäß Art. 44 DSGVO“ nachweisen könnte?

Es wäre möglich, auf der Grundlage von Art. 45, also einem Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission in Bezug auf die Übermittlung in die Vereinigten Staaten. Solange dies nicht der Fall ist, kann Google wohl nicht viel tun. Die Standardvertragsklauseln haben in dem hier behandelten Fall nicht gegolten, und es ist unwahrscheinlich, dass Google eine technische oder organisatorische Maßnahme zur Umgehung der US-Überwachungsgesetze findet. 

Dürfen unter den aktuellen Datenschutzbestimmungen noch Client-IP-Adressen aus der EU an Google in den USA übermittelt werden?

Ja, wenn du die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer:innen hast. 

Eine Datenverarbeitung komplett in der EU könnte das Problem womöglich lösen? Denkst du, dass Google das jemals zulassen würde?

Die kurze Antwort lautet Nein. Google Analytics ist ähnlich wie andere Google-Dienste wie Search und Ads. Es ist kein lokalisierter Dienst, das heißt, du kannst den Dienst beispielsweise nicht auf der Google Cloud Platform (GCP) in Deutschland hosten. Wenn dies möglich wäre, könnte Google möglicherweise eine zusätzliche Schutzschicht für die Daten einrichten, etwa eine Verschlüsselung. Aber: Solange Google diese Verschlüsselungs-Keys besitzt, ist es gesetzlich verpflichtet, sowohl Daten als auch Keys an die US-Behörden herauszugeben (aufgrund des Cloud Act).

Es liegen zahlreiche Beschwerden gegen Google Analytics vor, in den Niederlanden wurde bereits eine ähnliche Tendenz wie in Österreich konstatiert, was die Datenschutzverstöße angeht. Denkst du, dass Gerichte und Behörden in der EU alle ähnlich entscheiden werden?

Dieser Fall war nicht Teil des One-Stop-Shop-Verfahrens, aber soweit wir wissen, gibt es eine Task Force, die die lokalen Datenschutzbehörden koordinieren soll, um bei anderen Beschwerden in den übrigen EU-Ländern ähnlich zu entscheiden. Es sieht so aus, als würde die nächste ähnliche Entscheidung in den Niederlanden getroffen werden.   

Denkst du, dass die Entscheidung aus Österreich ein Kickstarter für ähnliche Entscheidungen zulasten von US-Unternehmen sein könnte? Das heißt, könnten künftig auch Dienste von Microsoft, Meta und Co. für nicht datenschutzkonform erklärt werden? 

Ja. Bedenke, dass Google Analytics nur ein Beispiel für Tools ist, die massenhaft Daten sammeln. Ich denke, dass die Auswirkungen auch Werbetechnologie-Tools wie Facebook Connect, Google Ads oder Content-Serving-Technologien wie Fonts, Captcha oder CDNs betreffen könnten. Bei CRM-Anbieter:innen wie HubSpot oder Mailchimp würde es weniger Rückwirkungen geben, da sie einfach die Formulierung der Einwilligung anpassen werden, um die Datenübertragungen korrekt wiederzugeben (falls dies nicht bereits ihre normale Geschäftspraxis ist).   


Wir bedanken uns recht herzlich für die Insights von Maciej Zawadzinski im schriftlichen Interview.

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Genau wie Instagram: TikTok plant Subscriptions

Genau wie Instagram: TikTok plant Subscriptions

Für den Content der Lieblings-Creator bezahlen? Was auf Twitch und YouTube schon gang und gäbe ist, gibt es – zumindest in Form von bezahlten Abonnements bei TikTok noch nicht. Allerdings sorgte kürzlich Instagram für Furore, da die Meta-Tochter Subscriptions für erste Creator ausrollte. Damit haben diese die Chance, regelmäßige Einnahmen von zahlenden Fans und Followern zu erhalten. Diese wiederum dürfen sich im Gegenzug über exklusive Inhalte freuen. Und während Instagram Subscriber Stories, Subscriber Lives und Subscriber Badges testet, meldet sich die Konkurrenz-App TikTok mit News: Auch hier ist ein Subscription-Modell für Creator womöglich nicht mehr weit entfernt.

Instagram und TikTok: Viel Angleichung und der Kampf um die Creator

TikTok und Instagram sind die In-Apps für Foto- und Kurzvideo-Content, konkurrieren um die Bildschirmzeit enorm großer User-Gruppen und kopieren beinah schamlos die erfolgreichsten Features der je anderen Plattform. TikToks Erfolg brachte Instagram Reels hervor, die Stories – einst von Instagram bei Snapchat abgeguckt – wurden auch bei TikTok integriert.

Die Plattformen, die zusammen offiziell über zwei Milliarden monatlich aktive User verzeichnen können, buhlen mit ihren Funktionen und insbesondere immer ausgefeilteren Monetarisierungsoptionen vor allem um die populärsten Creator. Bei TikTok konnten sieben Top Stars im Jahr 2021 zusammen rund 55 Millionen US-Dollar Umsatz generieren. Noch mehr, und vor allem regelmäßigeres, Einkommen dürften sich TikTok Creator von Abo-Modellen erhoffen. Dabei könnten auch kleinere Accounts ihre Monetarisierungsstrategie an die Funktion anpassen. Wie The Information und The Verge berichten, denkt die ByteDance-Tochter über die Einführung bezahlter Subscriptions nach. In einer E-Mail an den Publisher The Verge eklärte TikToks Sprecher Zachary Kizer, dass man das Konzept Subscriptions test und dass das Unternehmen immerzu über neue Wege nachdenke, um die TikTok Experience zu verbessern und der Community Mehrwert zu bieten.

Zu diesem Mehrwert gehört auch der finanzielle Erfolg, wie ihn beispielsweise auf Instagram auch schon kleine Accounts mit nur wenigen Tausend Followern erreichen können.

Noch keine konkreten Informationen zu einer Einführung

Instagram ist TikTok insoweit voraus, dass auf der Plattform die Subscriptions schon für erste Creator verfügbar sind. Bei TikTok hingegen ist noch nicht klar, ob und wann die Funktion für die Influencer zur Verfügung stehen wird. In den vergangenen Monaten hatte die Trend-App diesen allerdings schon Einnahme-Features wie Tips und Ende des Jahres mit dem Creator Hub eine Plattform für alle Monetarisierungsoptionen zur Verfügung gestellt.

Das Tip Feature bei TikTo
Das Tip Feature bei TikTok, © TikTok

Dass es nun bei Social Media wie TikTok und Instagram zu bezahlten Abonnements als Option kommt, ist der nächste logische Schritt, um Creator zufriedenzustellen und ihnen mehr Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung zu bieten. Auch Twitter hat mit Super Follow ein ähnliches Modell eingeführt. Allerdings bleibt vorerst fraglich, wie gut die Subscriptions von Usern angenommen werden. Immerhin sind die Inhalte ihrer favorisierten Creator bisher grundsätzlich kostenfrei zu rezipieren. Das soll auch künftig so bleiben, wobei Subscription-Modelle den exklusiven Zugang zu weiterem Content auf den Plan rufen.

Für Creator würde diese Prämisse aber auch Mehraufwand bedeuten. Zum einen müssten sie entweder Content in Sektionen unterteilen oder noch mehr im wahrsten Sinne des Wortes wertvolle Inhalte kreieren. Zum anderen müssten sie ihren Followern zunächst auch die Notwendigkeit vermitteln, für derlei Inhalte zu bezahlen. Wir dürfen also gespannt verfolgen, ob die Bezahlmodelle sich kurzfristig durchsetzen. Beispiele von Twitch, YouTube und Co. zeigen jedoch, dass diese Creator-User-Beziehungen durchaus funktionieren können. Zum Vorteil sowohl der User und Creator als auch der Apps und Medien, die ihnen die passende Plattform bieten.

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