Fokus Wellbeing: Das sind die Pinterest Trends 2020

Fokus Wellbeing: Das sind die Pinterest Trends 2020

Pinterest hat die Suchaktivitäten von drei Benutzergruppen weltweit im Zeitraum von Juli 2019 bis Juli 2020 ausgewertet. Generation Z (User im Alter von 18 bis 24), Millennials (User im Alter von 25 bis 44) und Männer scheinen sich im Jahr 2020 insbesondere für alles rund ums Thema Wellbeing zu interessieren. Es gab jedoch auch einige interessante Unterschiede.

Der Fokus der Nutzer auf Wohlfühlthemen ist bei einer App wie Pinterest kaum verwunderlich, da viele User die Plattform vorrangig als visuelle Inspirationsquelle nutzen. Pinterest kann, vor allem im Vergleich zu anderen sozialen Medien und Newsplattformen, eine Auszeit vom stressigen Alltag und Weltgeschehen darstellen. Insbesondere mit der Ausbreitung des Coronavirus scheinen Nutzer verstärkt nach aufmunternden Inhalten zu suchen. So sind etwa die Suchanfragen nach dem Begriff „positivity“ seit Beginn 2019 um 64 Prozent angestiegen. Die im Folgenden aufgelisteten beliebtesten Themenbereiche der verschiedenen Zielgruppen könnten auch für Marketer, welche auf Pinterest aktiv sind oder dies noch werden wollen, interessant sein. Denn mittlerweile gibt es auf Pinterest über 400 Millionen monatlich aktive User.

Gen Z: Mental Health und Gemütlichkeit

© Alora Griffiths/ Unsplash

Generation Z scheint sich im Jahr 2020 insbesondere für Entspannung und Selbstfürsorge zu interessieren. Fünf Mal häufiger als noch im Vorjahr wurde etwa nach „mental health check in“ gesucht. Auch „mindful eating“ verzeichnete einen Anstieg von 44 Prozent. Besonders oft interessierten sich die jungen Nutzer auch für Einrichtungstipps. So wurde zum Beispiel „calming bedroom“ drei Mal häufiger in die Suchleiste getippt als im Sommer 2019. Auch Suchanfragen zu Mode und Design waren angesagt. Nach dem Pinterest Trend „Cottagecore-Mode“ wurde ganze 80 Mal häufiger als noch vor einem Jahr gesucht. Das Zielgruppenwachstum von Gen Z war darüber hinaus mit 50 Prozent besonders hoch.

Millenials: Zuhause mit der Familie

Frau und Kind sitzen lachend auf dem Sofa
© Paige Cody/ Unsplash

Auch Millennials und insbesondere die Eltern unter ihnen interessieren sich für Themen wie Entspannung und psychische Gesundheit. Hierbei werden jedoch die gesamte Familie und insbesondere die Kinder mitbedacht. So wurde etwa 3,5 Mal häufiger nach dem Schlagwort „mental health activities for children“ gesucht. Auch nach verschiedenen anderweitigen Aktivitäten für Kinder wurde verstärkt gesucht. Besonders nennenswert ist hier die Suche nach „children’s workout routine“, welche einen Anstieg um ganze 88 Prozent verzeichnete.

Männer: DIY-Projekte für glücklicheres Wohnen

Drei Männer sitzen lachend nebeneinander
© Toa Heftiba/ Unsplash

Auch Männer sind auf Pinterest aktiv und scheinen insbesondere 2020 Gefallen an der Plattform gefunden zu haben. So hat sich die Anzahl von männlichen Usern seit letztem Jahr um fast 50 Prozent erhöht. Nicht verwunderlich ist, dass auch diese Gruppe verstärkt nach Themen rund um das körperliche und psychische Wohlbefinden gesucht hat. Die Suche nach „mental strength quotes“ wurde 2,5 Mal öfter verzeichnet als noch vor einem Jahr. Ein weiteres für diese Zielgruppe interessantes Themengebiet sind DIY-Projekte für Zuhause mit dem Fokus auf handwerklicher Arbeit. So sagt etwa Pinterest User Luke Wells:

I’ve been using Pinterest to help inspire DIY makeovers to improve our storage space in the home, as well as just making our house a more inspiring place to live and work in.

So können Marketer Pinterest für ihr Business nutzen

Pinterest hat als Plattform, welche vorrangig visuell ansprechen soll, ein hohes Potenzial, auch zum Kauf stehende Produkte effektiv zu vermarkten. So geben ganze 80 Prozent aller wöchentlich aktiven User an, dass sie sich schon einmal basierend auf einem inspirierenden Pin zu einem Kauf entschieden haben. Die Partnerschaft mit E-Commerce-Plattform Shopify, welche Pinterest vergangenen Mai eingegangen ist, ermöglicht es Verkäufern, über eine neu eingeführte App ihren gesamten Produktkatalog auf Pinterest hochzuladen. Pinterest könnte damit ein interessantes Medium für Marketer und Advertiser darstellen.

Das gemeinsame Merkmal der beliebten Suchanfragen aller Zielgruppen scheint der Fokus auf das Wohlbefinden und die Zeit zu Hause zu sein. Marketer können daraus mitnehmen, ihre Inhalte auf der Plattform möglichst ästhetisch ansprechend und mit einer positiven Message zu gestalten. Darüber hinaus können sie sich von Pinterest Trends wie Cottagecore inspirieren lassen, was insbesondere für Modekampagnen interessant sein könnte. Auch Dekoartikel könnten für die kommende Zeit ein beliebtes Produkt der Pinterest User sein. Denn ein Großteil der Nutzenden wird aufgrund der Corona-Maßnahmen und auch des kälteren Wetters vermutlich weiterhin viel Zeit zu Hause verbringen.

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US-Regierung sperrt TikTok und WeChat

Das Weiße Haus teilte laut Informationen der ZEIT mit, dass sowohl WeChat als auch TikTok ab dem kommenden Sonntag in den USA nicht mehr zur Verfügung stehen sollen. Nähere Informationen über die Gründe für diese Entscheidung sind bis dato nicht bekannt. Noch vor wenigen Tagen schien die Saga um TikToks US-Geschäft ein Ende gefunden zu haben, als das Software-Unternehmen Oracle zum offiziellen „Technology Partner“ designiert wurde. Noch vor zwei Tagen hieß es in den Medien, dass das Weiße Haus die Zustimmung zu diesem Deal gegeben hätte; immerhin ist Oracle Chairman Larry Ellison ein bekennender Trump-Anhänger und Finanzier der Republikaner.

Allerdings hatte Donald Trump via Twitter bereits seinen Unmut über die Kooperation verkündet, sollte die US-Regierung bei einem Deal nicht finanziell beteiligt werden. Nun scheint die Verfügung des US-Präsidenten, die einen Verkauf des US-Geschäfts von TikTok an ein US-Unternehmen oder die Sperrung der App vorsah, für das vorzeitige Ende von TikTok im so wichtigen US-Markt zu sorgen. Dort hat die App über 50 Millionen täglich aktive User. Zudem wird auch die in China extrem populäre App WeChat gesperrt. Diese wird in den USA vor allem von Menschen mit Verbindungen nach Asien genutzt. Was nach Sonntag und dem Verschwinden der Apps aus dem Google Play Store und dem App Store von Apple geschehen wird, ist noch unklar. TikTok hatte vor Wochen bereits bekanntgegeben, gegen das Vorgehen der US-Regierung zu klagen.

Keine Updates für User und ein möglicher Ausweg?

Während die Apps aus den App Stores verschwinden, können US User weiter darauf zugreifen, wenn sie diese schon installiert hatten. Allerdings erhalten sie keine Updates mehr, wie Spiegel Online berichtet. WeChat soll schon ab Sonntag der technische Support in den USA verwehrt werden, TikTok aller Voraussicht nach ab dem 12. November. Möglich ist laut dem Spiegel aber auch, dass das Aus von TikTok noch abgewendet wird. Und zwar dann, wenn es zu einem Deal käme, bei dem Oracle, Walmart und die US-Anteilseigner von Bytedance mindestens 60 Prozent der App TikTok übernehmen. Allerdings müsste neben der US-Regierung um Donald Trump nach Angaben von Bytedance, dem Unternehmen hinter TikTok, auch die chinesische Regierung einem solchen Deal zustimmen – was nach den jüngsten Aussagen derselben als unwahrscheinlich gelten darf.

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Google AdSense: First Party Cookies von Google auf der Seite sollen mehr Umsatz bringen

Google AdSense: First Party Cookies von Google auf der Seite sollen mehr Umsatz bringen

Ein neues Feature soll AdSense noch einträglicher für Googles Partner gestalten. Denn mit der jüngst eingeführten Option, First Party Cookies von Google auf der eigenen Website zuzulassen, können bei Publishern passende Anzeigen ausgespielt werden, selbst wenn keine relevanten Third Party Cookies vorhanden sind. Die neue Einstellung für die Anzeigenbereitstellung ist bereits verfügbar. Einen Effekt auf die ausgespielten Ads wird die Funktion laut Google aber erst ab dem 16. Oktober haben, wie Barry Schwartz bei Search Engine Roundtable berichtet

Google-eigene Cookies auf der Website: Mehr Umsatz dank Frequency Capping?

Das offizielle Dokument der Google-Hilfe gibt an, dass Publisher in Googles Werbenetzwerk AdSense inzwischen einstellen können, ob sie First Party Cookies des Suchmaschinenunternehmens zulassen möchten. Dazu müssen sie lediglich die Einstellung im Bereich “Anzeigenausspielung” entsprechend ändern. 

Wenn nun keine Third Party Cookies zur Verfügung stehen, können Googles First Party Cookies dafür sorgen, dass die Publisher trotzdem stetige und im Bestfall hohe Werbeeinnahmen mit ihrem Inventar generieren. Dieser Aspekt wird umso wichtiger, da diverse Browser – darunter Mozillas Firefox und Apples Safari – Third Party Cookies schon per default blockieren. Google Chrome wird das bis 2022 ebenfalls tun, womit das Zeitalter der Third Party Cookies dem Ende entgegensieht. Daher brauchen die Player im Advertising-Markt neue Lösungen. Eine davon stellen First Party Cookies dar. Google gibt nun im Hilfedokument an: 

Google kann eigene Cookies einsetzen, wenn keine Drittanbieter-Cookies verfügbar sind. Wenn Sie eigene Cookies von Google zulassen, können Sie Ihren Umsatz steigern, da dadurch Funktionen wie das Frequency Capping für Anzeigen aktiviert und Anzeigen mit Frequency Capping auf Ihrer Website ausgeliefert werden.

Dank eines funktionierenden Frequency Cappings werden Werbepublika in angemessener Frequenz mit Anzeigen konfrontiert, was sowohl die Werbeakzeptanz als auch die Conversion Rate erhöhen kann. Demnach stellt Google auch höhere Umsätze für Publisher in Aussicht, wenn diese First Party Cookies von Google auf ihren Websites erlauben. Ab dem 16. Oktober 2020 sollen die Einstellungen der Publisher zu diesen Google-eigenen Cookies dann auch direkt Auswirkungen auf die Anzeigenauspielung – und im Bestfall positive Effekte auf den Umsatz – haben. Alle weiterführenden Informationen zu den Einstellungen für die Anzeigenbereitstellung via Google AdSense kannst du auf Googles Support-Seite nachvollziehen.


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Bye-bye, Custom Tabs: Chrome integriert neuen Browser in die Google App

Die aktuelle Version der Google App bringt für eine Reihe an Nutzern eine entscheidene Änderung mit sich: Ein neuer Browser. Zwar bleibt die altbewährte Chrome Engine erhalten, aber die App wird künftig nicht mehr das Modell der Chrome Custom Tabs nutzen, wie GoogleWatchBlog berichtet. Dieses wird insbesondere bei Android Apps häufig verwendet und bietet den Vorteil, Links ohne den Einsatz des vollwertigen Chrome-Browsers öffnen zu können. In Zukunft wird die Google App stattdessen, wenn ein Link aus der Web-Suche geöffnet wird, auf einen eigenständigen Browser zurückgreifen.

Zwar weist die neue Version Ähnlichkeit zu den bisher verwendeten Custom Tabs auf. Der große Unterschied ist jedoch, dass es in dieser Variante keinen Zugriff auf Browser-Daten und Cookies mehr gibt. Ob dies eine Verbesserung darstellt, ist Geschmackssache. Manche User könnten sich darüber freuen, dass nun dauerhaft eine deutliche Ähnlichkeit zum Inkognito-Tab besteht. Es gibt jedoch auch entscheidene Nachteile für die Nutzerfreundlichkeit. So muss auf vorausgefüllte Formularfelder und auch den automatisierten Log-In verzichtet werden.

Noch lässt sich der neue Browser deaktivieren

Für User, die sich mit der Änderung nicht anfreunden können, besteht momentan noch die Möglichkeit, den Browser in den Einstellungen zu deaktivieren. Stattdessen können Nutzende dann weiterhin auf die Chrome Custom Tabs oder den vollwertigen Browser zurückgreifen, wenn sie diese Möglichkeiten bevorzugen. Doch das könnte sich bald ändern. Sobald sich der neue Browser etabliert hat, könnte Google die Möglichkeit der Umstellung gegebenenfalls nicht mehr anbieten. Es bleibt abzuwarten, wie User auf die – bisher nicht offiziell angekündigte – Änderung reagieren werden.

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Daten von mehr als einer Milliarde User in Gefahr: Forscher warnen vor Sicherheitslücken bei WhatsApp und Co.

Daten von mehr als einer Milliarde User in Gefahr: Forscher warnen vor Sicherheitslücken bei WhatsApp und Co.

Messenger-Dienste wie Signal oder WhatsApp greifen auf das Adressbuch der Nutzenden zu. Das ist zwar per se nichts Neues, das macht es allerdings nicht weniger problematisch. Schon seit der Einführung derartiger Funktionsweisen von Chat Apps sind diese umstritten. Denn den Zugriff auf die Kontakte des User Devices könnten Cyber-Kriminelle nutzen, um Nutzende auszuspionieren. Nun bekundeten Wissenschaftler erneut, in welchem Ausmaß, das Auslesen des Adressbuches die Datensicherheit der User verletzt. Eine Studie, durchgeführt von IT-Sicherheitsforschern der Uni Würzburg und der TU Darmstadt, zeigt, dass das soziale Umfeld von Nutzenden ganz einfach durch simple Crawling-Angriffe auf WhatsApp und Co. ausspioniert werden kann. Die Experten waren in der Lage, durch die zufällige Abfrage von Telefonnummern, unzählige User-Daten zu sammeln. So sei laut der Studie „die Privatsphäre von weit mehr als einer Milliarde” User in Gefahr.  

Studie zeigt: In den Messengern gesammelte Daten sagen viel über individuelles Nutzerverhalten aus 

Für die Untersuchung fragten die Wissenschaftler circa zehn Prozent aller Mobilfunknummern in den USA für WhatsApp und 100 Prozent für den Messenger-Dienst Signal ab. Die Plattformen speicherten das Profilbild, den Statustext, den Benutzernamen und wann der User zuletzt online war – und diese Daten waren für die Sicherheitsforscher offen einsehbar. So zeichnete sich ein detailliertes Bild des Nutzerverhaltens ab, das einem individuellen User deutlich zugeordnet werden konnte. Das verstoße laut den IT-Sicherheitsforschern ganz klar gegen die grundlegenden Privatsphäre- und Datenschutzansprüche der Nutzenden. Ein Grund für das Sammeln der Daten ist, dass User die Datenschutzeinstellungen häufig nicht anpassen, wie die Forscher ebenfalls herausfanden. Die Studie zeigt, dass circa 50 Prozent der US-amerikanischen WhatsApp User ein öffentliches Profilbild haben. Bei ganzen 90 Prozent ist der Infotext öffentlich einsehbar. 40 Prozent aller Nutzenden, die Signal installierten – einen als mehr oder weniger datenschutzkonform geltender Messenger-Dienst –, hatten auf ihrem Gerät ebenfalls WhatsApp installiert, häufig mit öffentlichem Profilbild. 

Leichter Zugang zu User-Daten ermöglicht Cyber-Betrug

Mit dem Zugriff auf derartige Daten und in Kombination mit Informationen aus anderen sozialen Netzwerken wäre es für Cyber-Kriminelle ein Leichtes, Fake-Profile anzulegen und diese zum Betrug zu verwenden. Die IT-Sicherheitsforscher fanden weiter heraus, dass es auf den Messenger-Dienst ankommt, in welchem Umfang Daten während des Adressbuchabgleichs öffentlich gemacht und im Zuge einer Crawling-Attacke gesammelt werden können. Auch die Privatsphäreeinstellungen seien hierbei ein nicht unerheblicher Faktor. Die Messenger-Dienste WhatsApp und Telegram übertragen das gesamte Adressbuch der User an einen Server. Signal tut dies verschlüsselter und weniger umfassend anhand von kurzen kryptographischen Hashwerten von Telefonnummern. Diese entschlüsselten die Sicherheitsforscher allerdings mithilfe leicht angepasster Angriffsstrategien und konnten so von den Prüfnummern auf die zugehörigen Telefonnummern schließen. 

Forscher teilten Messenger-Diensten ihre Ergebnisse mit 

Die Wissenschaftler teilten die Ergebnisse ihrer Studie den jeweiligen Messenger-Diensten vor der Veröffentlichung des Reports mit. WhatsApp optimierte daraufhin den Datenschutz, sodass die Chat App große Attacken mittlerweile erkennt und abwenden kann. Auch Signal hat reagiert und Maßnahmen ergriffen, um Crawling zu erschweren. Die IT-Sicherheitsexperten weisen im Zuge ihrer Studie nochmals nachdrücklich daraufhin, wie wichtig es ist, die Datenschutzeinstellungen anzupassen. Ob künftig Techniken gefunden werden, mit denen die Daten der User sicher sind und die Nutzung der Dienste nicht negativ beeinflusst wird, bleibt abzuwarten. 


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Digitalabos versus Werbeanzeigen – Krisenzeiten erfordern neue Methoden

Die vergangenen Monate haben viele Branchen zum Umdenken gezwungen. Trotz steigender Internetnutzung hat die Coronakrise auch im digitalen Bereich für Unbehagen gesorgt. Reichweitenstarke Nachrichtenportale verzeichneten plötzlich rapide sinkende Werbeeinnahmen – und das obwohl immer mehr Menschen Online-Portale nach neuen Coronameldungen durchforsteten. Die Umsätze von The New York Times mit digitalen und Print-Anzeigen etwa gingen um 7,9 Prozent beziehungsweise 20,9 Prozent zurück. Doch die seit Jahren erprobten Digitalabos erwiesen sich als ein geeignetes Gegenmittel in der Coronakrise.

Patentrezept Digitalabos – The New York Times macht es vor

Vor 24 Jahren, am 22. Januar 1996, ging die Online-Ausgabe von The New York Times ans Netz. Nachrichten und Bilder der Tageszeitungen konnten fortan im Internet eingesehen werden. Ein erster Versuch, den einst kostenlos zur Verfügung gestellten Content in ein kostenpflichtiges Abo umzuwandeln, misslang. Das Experiment wurde 2007 nach einer Laufzeit von zwei Jahren eingestellt. 2011 folgte der nächste Versuch: Besuchern des Website-Angebots hat The New York Times monatlich 20 Artikel zur kostenfreien Einsicht angeboten, für weitere war ein digitales Abo fällig. Im Laufe der Zeit tüftelte der Publisher stetig weiter am Online-Abo-Modell.

Derzeit werden Lesern drei Möglichkeiten geboten:

  1. „Digital Subscriptions“ mit unlimitiertem Zugriff auf Content
  2. „Cooking“-Abo mit mehr als 19.000 Rezepten
  3. „Games“-Abo mit täglichem Kreuzworträstel, einem 25-jährigen Rätsel-Archiv und weiteren Spielen

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete The New York Times mithilfe der Digitalstrategie erstmals über 800 Millionen US-Dollar. Neben Werbeeinnahmen spielte das digitale Abo-Angebot eine entscheidende Rolle. Etwa 3,4 Millionen Abos zählte man für Online-Nachrichten, 600.000 für das Rätsel- und 300.000 für das Rezept-Angebot. Ergänzend kommen noch 900.000 Abonnenten der Printausgabe hinzu.

Genau jene Digitalabos haben sich während der Coronakrise als stabil gezeigt, ganz im Gegensatz zu den einbrechenden Werbeeinnahmen, mit denen Medienhäuser auch hierzulande zu kämpfen haben. Ganz konkret in Zahlen: Ende März 2020 verbuchte The New York Times mit 587.000 neuen digitalen Abos den größten Anstieg in einem Quartal seit dem Start des kostenpflichtigen Online-Angebots im Jahr 2011. Etwa 468.000 Leser davon bezahlten für die die kostenpflichtige Berichterstattung, die übrigen 119.000 verteilten sich auf die separaten Abos „Cooking“ und „Crossword“. Insgesamt zählte The New York Times im ersten Quartal mehr als fünf Millionen Digital-Abonnenten – 3,9 Millionen für News, 1,1 Millionen für „Cooking“ und „Crossword“.

Während auch immer mehr deutsche
Verlage exklusive Berichterstattung für zahlende Leser ihrer
Online-Ausgaben anbieten, gestaltet sich die Suche nach Abonnements
für Kreuzworträtsel und weitere Knobelspiele bei namhaften
Online-Nachrichtenportalen schon deutlich schwieriger. Doch das
scheint sich derzeit zu ändern.

Printphänomen
Kreuzworträtsel als Abo-Magnet

Die Kreuzworträtsel sind aus The New York Times seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken. Zwar sträubten sich die Entscheider hinter der Tageszeitung anfangs noch gegen den Kreuzworträtseltrend, der spätestens ab 1924 einen weltweiten Hype auslöste. Doch der Angriff auf Pearl Harbor und das große Verlangen der Menschheit nach Ablenkung und sinnvollem Zeitvertreib bewirkte ein Umdenken: Ab Februar 1942 wurde den Käufern der Sonntagsausgabe ein umfangreiches Kreuzworträtsel präsentiert – das Crossword, das nur acht Jahre später zur täglichen Ausgabe und damit zur absoluten Selbstverständlichkeit gehörte.

Genauso selbstverständlich ist das tägliche neue Rätsel beim Online-Auftritt – nur gibt es hier einen Haken: Nutzern steht jeden Tag aufs Neue lediglich „The Mini“, ein winziges Kreuzworträtsel im 5×5-Raster zur Verfügung, für „The Crossword“, das beliebte umfangreiche Rätsel hingegen ist das separate „Games“-Abonnement fällig. Wie die Zahlen belegen, lockt genau das aber zahlende Nutzer an. Stetig denken sich Redakteure neue Rätsel aus und arbeiten an der beeindruckenden Wordplay-Kolumne, das Kreuzworträtselblog, das im Jahr 2008 startete und noch immer täglich mit neuen Inhalten wie Tipps und Tricks zu den Rätseln befüllt wird.

Erste Modelle auch in Deutschland auf dem Markt

Die aus den guten, alten Print-Tagen bekannten Kreuzworträtsel sind schon lange in der Digitalwelt angekommen. Als kostenpflichtiges Angebot deutscher Verlagshäuser waren sie bisher nicht anzutreffen. Nun nimmt sich jedoch BILD die The New York Times zum Vorbild und versucht, das Abo-Geschäft mit weiteren Angeboten wie einem Kreuzworträtsel anzukurbeln.

Jeder Nutzer – ob Abonnent oder nicht – hat die Möglichkeit, das Kreuzworträtsel des Tages kostenfrei auf einer beliebigen Plattform zu lösen, egal ob komfortabel am heimischen PC, mit dem Tablet auf der Couch oder unterwegs auf dem Smartphone. Um sämtliche Features nutzen zu können, darunter ein täglich neues Rätsel auf größerem Spielfeld, das gesamte Archiv, eine Auto-Check-Funktion sowie eine Druckversion des Rätsels, ist eine BILDplus-Mitgliedschaft vonnöten.

In Deutschland ist BILD damit das erste Nachrichtenportal mit großer Reichweite, welches das eigene Digitalgeschäft mit einem Kreuzworträtselangebot, das als Teil des Abos konzipiert wurde, erweitert. Das Digitalangebot von BILD ist erst vor zwei Monaten gestartet. Möglicherweise werden auch weitere Nachrichtenportale auf umfangreichere Digitalabos mit Spielen oder auf separate Abo-Themenbereiche wie die der The New York Times setzen. In Zeiten stark sinkender Werbeeinnahmen wäre das der richtige Zeitpunkt für die Einführung neuer kostenpflichtiger Digitalangebote, die Nutzer überzeugen und ihnen einen Mehrwert bieten.

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